"Aufgeben gibt's nicht!" Das ist das Motto der Feuerwehr Neustadt bei Coburg. Und das ist den Kameraden in Fleisch und Blut übergegangen: Die anhaltenden Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie werden nicht als Hindernis gesehen, sondern höchstens als neue Herausforderung.

Am Samstagnachmittag haben die Feuerwehrleute die nächste Mammutaufgabe erfolgreich gemeistert, als sie den ersten virtuellen Tag der offenen Tür durchgeführt haben. "Schulungen über Microsoft Teams gehören mittlerweile zu unserem Alltag, deshalb sind wir nun auch den digitalen Weg gegangen, um unsere Arbeit zu präsentieren", erklärt Stadtbrandinspektor Florian Höfner. Dafür hatte sich die Feuerwehr ein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen, das gut vorbereitet werden musste. Um das Programm live senden zu können, wurde im Schulungsraum der Feuerwache ein kleines Multimediastudio eingerichtet. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, den nötigen Mindestabstand einzuhalten. Hinter den Kulissen wurden zudem FFP2-Masken getragen.

Großes Lob für die Jugendfeuerwehr

Die Übertragung dauert etwa eineinhalb Stunden. Nach einem virtuellen Rundgang durch die Feuerwache stellt sich die Jugendfeuerwehr in einem kurzen Video vor, es folgt eine Präsentation mit Eindrücken von vergangenen Freizeitaktivitäten der Jugendwehr und zu guter Letzt eine kleine "Modenschau", in der sowohl die Uniform als auch die Einsatzkleidung der Feuerwehr gezeigt werden.

Die Videos der Jugendfeuerwehr haben die Jugendlichen selbst gedreht, geschnitten und vertont. Vor dieser Leistung zieht Florian Höfner seinen Hut: "Unsere Jugendlichen haben dabei so viel Liebe zum Detail bewiesen und sind über sich hinausgewachsen", erzählt er stolz.

Auch wenn die in der Präsentation gezeigten Aktivitäten wie zum Beispiel Lasertag oder der Tag der Berufsfeuerwehr aufgrund der Pandemie derzeit nicht stattfinden können, bleibe die Jugend trotzdem über Microsoft Teams vernetzt: "Neben den virtuellen Schulungen finden für unsere Jugendlichen digitale Spielenachmittage statt, in denen ,Stadt - Land - Feuerwehr‘ oder ,Feuerwehr-Tabu‘ gespielt werden."

Die Übertragung selbst meistert das Team vor Ort souverän - auch wenn die Technik zeitweise etwas schwächelt. "In unserem Testlauf hat alles super geklappt, aber da hatten wir weitaus weniger Zuschauer", erklärt Florian Höfner.

Es sei zwar ein etwas anderer Tag der offenen Tür gewesen, trotzdem habe er sich darüber gefreut, dass an die 60 Interessierte für das Angebot offen waren und den Livestream verfolgt haben: "Das zeigt, dass die Neustadter ihrer Feuerwehr auch in diesen Zeiten treu bleiben."

Beim Chat mit den Zuschauern hat Stadtbrandmeister Stefan Köhler eifrig in die Tasten gehauen. Während des virtuellen Rundgangs habe er zu den Einsatzfahrzeugen die eine oder andere Frage beantwortet. "Und am Ende gab es von vielen Zuschauern ein großes Dankeschön", erzählt er.

Noch einmal auf Sendung

Nächsten Samstag geht die Feuerwehr Neustadt noch einmal auf Sendung. Diesmal werden sich die einzelnen Sachgebiete noch genauer vorstellen. Bis dahin können die Videos vom Samstag auf der Facebookseite und der Webseite der Feuerwehr angeschaut werden. In der Feuerwache liegt zudem ein Flyer aus, auf dem die wichtigsten Informationen zum nächsten Livestream zusammengefasst sind. Auf dem Flyer und auf der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt befindet sich der QR-Code, der zur Besprechung auf Mi­crosoft Teams weiterleitet.

Stadtbrandinspektor Höfner freut sich schon auf den zweiten Teil und hofft, dass wieder so viele Besucher im Stream dabei sind. "Und wenn sich von unseren Zuschauern nur ein einzelner dazu entscheidet, bei der Feuerwehr aktiv mitzumachen, hat sich der ganze Aufwand für uns gelohnt."