Steinbach/Wald — Das Unternehmen "kommunale transparenz pro fide gmbh" führt für die Gemeinde Steinbach am Wald die Beitragskalkulation für die Bereiche Wasser und Abwasser durch. Nach einer kompletten Grundlagenkalkulation im Jahr 2017 wurden zum 1. Januar 2018 die Gebühren für beide Bereiche neu festgesetzt. Man verständigte sich damals auf einen Kalkulationszeitraum von vier Jahren, somit von 2018 bis 2021. Die Fortschreibung der tatsächlichen Ist-Zahlen erfolgt jährlich nach Erstellung der Jahresrechnung.

"Im aktuellen Haushaltsjahr 2020 ist zu erkennen, dass mit den geplanten Zahlen aus 2017 bei Fortführung des Kalkulationszeitraums bereits jetzt ein Defizit entstehen wird", erklärte Bürgermeister Thomas Löffler (CSU). Bei den Wassergebühren geht es ausschließlich um den Ort Steinbach am Wald; die Ortsteile werden von der Frankenwaldgruppe versorgt. Der Bereich Kanal liegt komplett im Aufgabengebiet der Gemeinde.

In der Sitzung vom Finanz- und Haushaltausschuss am 15.10.2020 (wir berichteten) hatte Michael Moritz vom Unternehmen die aktuelle Kalkulation vorgestellt, die neu berechneten Gebühren erläutert und auch die Unterschiede zwischen einer Übernahme und Ausgliederung der bisherigen Fehlbeträge dargelegt.

Wie von dem Mitarbeiter empfohlen, beschloss das Gremium den Abbruch des aktuellen Kalkulationszeitraums zum Ende dieses Jahres sowie den Beginn eines neuen Kalkulationszeitraums über drei Jahre. Die Verluste aus dem vorausgegangenen Kalkulationszeitraum werden nicht übertragen. Die Verbrauchsgebühr für Wasser wird auf 2,79 Euro pro Kubikmeter (bisher 2,57 Euro) erhöht, während die Gebühr für Abwasser stabil bei 3,14 Euro pro m³ bleibt. Auch die Grundgebühren bleiben jeweils gleich. Die Änderungssatzung wurde erlassen.

Neuerlassen wurde auch die vom 5.11.2013 datierte Satzung über die Benutzung der Friedhöfe und Bestattungseinrichtungen. Darin wurde das vom Bayerischen Gemeindetag den aktuellen Gegebenheiten angepasste Muster eingearbeitet sowie - zusätzlich - Vorgaben zum Blumenschmuck bei der Urnenwand und zur Pflege der Grabzwischenräume. Die wichtigsten neuen Bestimmungen werden im Mitteilungsblatt abgedruckt. Zudem finden sich die Satzung, Kosten für die Bestattungsformen usw. auf der Gemeinde-Homepage. Werner Fehn (SPD) monierte die dringend notwendige Reinigung des Friedhofkreuzes.

Eingangs der Sitzung stellte Maria Baier die Idee vor, im Anschluss an das Heimkehrerkreuz in Richtung Süden einen Streuobstlehrpfad und eine Wildgehölzhecke anzulegen. Die Mitarbeiterin der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist eine gebürtige Hirschfelderin. Ihre Eltern wohnen im Himmelreich. Von dort aus soll auch in Richtung Rothenkirchen - anstelle des nahezu verdorrten Gebüschsaums - eine heimische Wildgehölzhecke entstehen sowie zwischen Hecke und Straße ein Streuobstlehrpfad mit heimischen Obstgehölzen.

Eine Hecke als Lebensraum

Die Maßnahme böte, so Baier, einen wichtigen Lebensraum für Tiere wie Pflanzen und fördere eine artenreiche Kulturlandschaft. Die dreireihig gepflanzte Hecke soll 488 Pflanzen auf einer Gesamtlänge von 244 Metern umfassen. Der Bereich soll zwecks einer besseren Entwicklung eingezäunt werden. Für den Streuobstlehrpfad sind 13 Hochstämme vor allem alter Sorten angedacht. Im Sinne der Umweltbildung sollen sie auch beschildert werden. "Das könnte ein schönes touristisches Ausflugsziel werden", zeigte sie sich sicher. Zudem könne man Vereine, Schulklassen oder Kindergärten mit einbeziehen; ihnen beispielsweise das Mosten überlassen, um damit Einnahmen zu generieren. An Kosten rechnete sie für das Material mit 4981 Euro, für Pflanzung und Pflege im Anlagejahr mit 7120 Euro sowie für die Pflegejahre 2021 bis 2033 mit gesamt 16 320 Euro. Zwecks Kostensenkung könnte man Gemeinde-Mitarbeiter einsetzen und Förderprogramme ausloten.

Das Gremium zeigte sich angetan von dem Vorhaben. Josef Herrmann (FW) verwies auf die Idee der Pflanzung eines Baumes pro Neugeborenen in Hirschfeld. Baier konnte sich eine Einbeziehung gut vorstellen - beispielsweise als Baumpatenschaft. Zweite Bürgermeisterin Monika Barnickel (CSU) fand diese Idee ebenfalls gut; jedoch müsse jemand hierfür verantwortlich zeichnen. Auch dem Bürgermeister war das Einbeziehen der Dorfgemeinschaft wichtig. Zudem gelte es, die Kapazitäten von Bauhof und Forst sowie entsprechende Fördermittel abzuklären. Danach wird man im Gemeinderat das Thema wieder behandeln.