Monika Stadelmann packt ihren Rucksack. Drei Tage Fußmarsch und 85 Kilometer liegen vor ihr, von Knetzgau nach Gößweinstein. An diesem Wochenende findet die Fußwallfahrt der Pfarrei Knetzgau zur Basilika zur Heiligen Dreifaltigkeit statt. Gemeinsam laufen, beten und singen - für viele Katholiken wie die Zeilerin Monika Stadelmann ist das ein Höhepunkt im Jahr.
In Knetzgau hat die Gößweinstein-Wallfahrt eine fast 250-jährige Tradition. Nach jahrzehntelanger Unterbrechung gibt es zum fünften Mal eine Fußwallfahrt, das heißt, die Pilger laufen die gesamte Strecke zu Fuß. Am Sonntag kommen dann noch die Buswallfahrer hinzu, und man zieht gemeinsam zur Pilgerstätte. "Beten mit den Füßen" nennen es die Wallfahrer und nehmen dafür auch Blasen an den Füßen in Kauf. Monika Stadelmann, die aus Knetzgau stammt und die Frau des Zeiler Bürgermeisters Thomas Stadelmann ist, hat eine Ausbildung als Fußpflegerin und bereitet sich vor zu helfen. "Ich habe extra einen Koffer mit Blasenpflastern und Nadeln zum Aufstechen dabei. Und Schnaps zur inneren und äußeren Versorgung", sagt sie schmunzelnd.


Etappen der Fußwallfahrt

Die Wallfahrt begann am gestrigen Freitagmorgen an der Knetzgauer Pfarrkirche und führte durch den Steigerwald bis Stegaurach, wo man in der Aurachtal-Halle übernachtete. Am heutigen Samstag wallen die Knetzgauer weiter über Altendorf nach Drosendorf. Am Fuße des Feuersteins wird am Samstagnachmittag ein Wallfahrtsgottesdienst gefeiert. Am Abend erreichen die Wallfahrer die Burg Feuerstein und übernachten dort zum zweiten Mal. Am Sonntagmorgen zieht die Prozession weiter und trifft auf die Buswallfahrer. Nach einer kurzen Andacht an einer Hauskapelle geht es auf die letzte Etappe des dreitägigen Fußmarsches.
Nach 85 Kilometern ziehen die Wallfahrer in die Basilika ein. Dort feiert Pfarrvikar Andreas Kneitz mit dem Knetzgauer Pfarrer Jürgen Schwarz das Wallfahrtsamt mit den Fuß- und Buswallfahrern zusammen.
Ihr Gepäck müssen die rund 70 Wallfahrer nicht selbst tragen. Zwei Fahrzeuge begleiten den Pilgerzug. Einen Flachmann und eine Dose Schupftabak packt Monika Stadelmann immer in ihren Rucksack. Denn unter den Pilgern gehe es auch gesellig zu: Auf den langen Fußmärschen wird dann schon mal das Frankenlied angestimmt oder man tanzt am Abend zusammen einen Walzer, erzählt Monika Stadelmann.