"Es soll keine Show sein sondern eine Veranstaltung mit religiösem Hintergrund". Dies sagt der Gößweinsteiner Pfarrsekretär Peter Sebald zur inzwischen sechsten Traktor-Oldtimerwallfahrt, die am Samstag in Gößweinstein mit insgesamt 45 teilweise historischen Traktoren stattfand. Einige Dieselrösser kamen auch von weit her angetuckert. Vor sechs Jahren hatte Sebald, selbst begeisterter Bulldogfahrer, die erste Trakorwallfahrt nach Gößweinstein organisiert, nachdem er selbst mit seinem Fendt zur Traktorsegnung nach Vierzehnheiligen gefahren war.


Freundschaft gepflegt

In Vierzehnheiligen traf Sebald damals eine Gruppe Oldtimertraktorfans aus Stettfeld in Unterfranken, darunter Walfried Fösel, der seit Jahren die Traktorwallfahren der Stettfelder organisiert. Man kam ins Gespräch und auf den Vorschlag von Sebald fand noch im gleichen Jahr dann die erste Tarktorwallfahrt nach Gößweinstein statt und natürlich kamen auch die Stettfelder mit ihren Dieselrössern in den Dreifaltigkeitswallfahrtsort in der Fränkischen Schweiz. Nun waren sie schon zum sechsten mal dabei.
Die stärkste Traktorgruppe kam heuer jedoch aus Waischenfeld und dem Ahorntal. Genauer gesagt aus dem Seelsorgebereich Fränkische Schweiz Nord. 17 Traktoren verschiedener Hersteller hatten sich schon am frühen Nachmittag von Waischenfeld aus auf den Weg nach Gößweinstein gemacht.
Den Pilgersegen bekamen die Traktorkapitäne aus Waischenfeld und dem Ahorntal von Stadtpfarrer Pater Rahjes Lugun mit auf den Weg mit den vier Stationen. An der Spitze mit Stadtorganist Josef Weis und seinem Bulldog.
"Das ist eine super Veranstaltung die auch für Kinder gut geeignet ist", schwärmt Weis der unterwegs Akkordeon spielte. Kaffeepause machten die Waischenfelder Traktorwallfahrer an der Weißen Marter in der Nähe von Köttweinsdorf mit Kuchen, den die Waischenfelder Pfarrsekretärin Barbara Berner organisiert hatte. "Unterwegs wird aber auch gebetet und gesungen, so wie sich das für eine richtige Wallfahrt gehört", sagt Weis. Manche, wie die Stettfelder, übernachten in ihren mitgebrachten Wohnwägen oder sogar einem Bauwagen am Friedhofsparkplatz. Hier ist dann nach dem Dankgottesdienst in der Basilika auch der Start zur Traktorsegnung, die diesmal Pater Aurelius Zijaia erteilte. Wenn Markus Schneider aus dem Forchheimer Stadtteil Reuth in sein Jagdhorn bläst heißt es "Aufsitzen" zur Traktorsegnung. So holen sich die Fahrer ihren Segen, der mindestens bis zur nächsten Traktorsegnung vor Unfällen schützen soll. Das "Spektakel" zieht inzwischen auch viele Zuschauer an, und so war es auch kein Wunder, dass die Basilika schon zum Dankgottesdienst am Samstag voll besetzt war. Der älteste Bulldog kam aus Coburg. Ein wunderbar hergerichteter Lanz-Schlepper, der noch vorgeglüht werden.