Mit rund 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft, den beteiligten Bauunternehmen, Mitarbeitern und Kunden wurde der neue Produktionsstandort der SAM Coating GmbH in Eggolsheim feierlich eingeweiht. Auf rund 1500 Quadratmetern Nutzfläche werden Werkzeuge und Bauteile in einem Hochvakuumverfahren von aktuell 15 Mitarbeitern beschichtet.

Das Alleinstellungsmerkmal der SAM Coating, das sogenannte "ta-C Schichtsystem", zeichnet sich dabei durch seine sehr große Härte aus, die etwa zu 70 Prozent der Härte von Diamanten entspricht. So zeigen beispielsweise entsprechend veredelte Hartmetallwerkzeuge in der Praxis Leistungssteigerungen, die sich deutlich von Konkurrenzprodukten abheben. Anwendung finden derart veredelte Werkzeuge hauptsächlich in der Bearbeitung von Leichtbaumaterialien wie Aluminium, Kohle- oder auch Glasfaserverbundwerkstoffe.

"Weltweit vertrieben werden SAM-veredelte Werkzeuge beispielsweise von der Hoffmann Gruppe mit Sitz in München unter dem Markennamen ,Garant'. Dadurch konnte sich die SAM Coating mittlerweile zu einem führenden Lohnbeschichter etablieren", informierte der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Schneider.

Der in Bammersdorf lebende Unternehmer hat sein Unternehmen 2011 gegründet und produzierte dann zunächst im ehemaligen Lindner-Gebäude in Neuses. Die Entwicklung des Unternehmens machte eine Erweiterung notwendig, unter Mithilfe der Marktgemeinde Eggolsheim konnte ein passendes Grundstück nur wenige hundert Meter neben der alten Produktionsstätte gefunden werden. Der Spatenstich zum Neubau erfolgte im November letzten Jahres.

Bei der Einweihung stellte Schneider auch das innovative Energiekonzept der Firma vor. "Um den Strombedarf der SAM Coating mit möglichst viel ,sauberem' Strom zu decken, wurde eine langfristige Kooperation mit der Firma Naturstrom eingegangen. Auf dem Nachbargrundstück der SAM-Produktionsstätte wurde von Naturstrom ein PV-Park (Jahresprognose: 223 000 kWh) errichtet. Diesen haben wir langfristig angepachtet, es verläuft eine Direktleitung des PV-Parks zu uns", so Schneider.

Darüber hinaus werde auf dem Dach der Halle eine PV-Anlage mit einer Jahresprognose von ca. 70 000 kWh errichtet. Es sei davon auszugehen, dass man an sehr heißen Tagen über beide Anlagen mehr Energie geliefert bekomme, als man tatsächlich selbst verbrauchen könne. "Deshalb wurde zusätzlich in einen Batterie-Puffer-Speicher auf Lithium-Ionen Basis investiert, der Überschüsse speichern kann. Mit der installierten Technik ist die SAM Coating in der Lage zirka 70 Prozent des benötigten Stroms selbst zu erzeugen", machte Schneider deutlich.

Zudem werde unter Einsatz einer Wärmepumpe und Pufferspeichern das "Abfallprodukt" Wärme aufbereitet, um Produktionshalle und Büros damit Beheizen und Kühlen zu können."

Das Energiekonzept nahm Bayerns Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, zum Anlass, die SAM Coating GmbH als "Teilnehmer des Umweltpakts Bayern" auszuzeichnen. erl