Zu einer besonderen Form der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest hatten sich Pfarrangehörige aus Effeltrich in der Flurkapelle "Achtsam am Weg" eingefunden. Sie folgten einer Einladung von Markus Nägel, Vorsitzender des gleichnamigen Kapellenvereins, und seines Stellvertreters Peter Lepper. Die exponierte Lage der Kirche auf einer Anhöhe am Oberen Bühl, rund 200 Meter südlich von Effeltrich am Jakobsweg Richtung Hetzles gelegen, verleiht dem Platz eine besondere Ausstrahlung.
Als Vorbild der ungewöhnlichen oktogonalen Bauform diente die Kirche Santa Maria von Eunate, am Jakobsweg in Spanien gelegen. Ein Ort der Gemeinschaft, Rückzugsort aus dem Alltag, der Besinnung und des Gebetes soll die Kapelle sein.
Im August 2015 konnte das Kirchlein nach großem Engagement von Markus Nägel und seinen Helfern feierlich eröffnet werden. 2016 wurde das Umfeld mit Bäumen bepflanzt und die Elektrik hielt Einzug im Haus. Deshalb schmückt nun auch ein beleuchteter Christbaum das Umfeld.
"Jetzt gilt es, die Steine, die diese Kirche formten, mit Leben zu erfüllen", sagt Markus Nägel. Der erste Gottesdienst fand im Mai 2016 statt. Nägel legt Wert darauf, dass hier kein Gegenpol zur Pfarrkirche entstehen solle, bestenfalls eine Ergänzung.
Der Einladung folgten in den Abendstunden rund 50 Besucher aus der Pfarrei. In der Kapelle fand etwa die Hälfte Platz, alle anderen mussten draußen mitfeiern. Sie ließen sich von leichtem Nebel und der Kälte nicht abhalten.
Drinnen versammelten sich mit Jung und Alt zum Gebet und zum Gesang. Daneben lasen Margit Schmittlein und Markus Nägel vorweihnachtliche Weisen. Das Damenquartett Hornissima Parforce, eine Gruppe von Jagdhornbläsern aus Effeltrich, bestehend aus Judith Welss, Anja Sillner, Ute Kupfer und Jutta Hetzel untermalte die Szene vor dem Kapelleneingang mit Musikbeiträgen.
Versonnen betrachtete ein Besucher im Halbdunkel der Nacht die Szene. "Ich komme jeden Sonntag hierher. Da ist die Kapelle auch geöffnet. Sie gibt mir Ruhe. Ab und zu schaut ein Wanderer oder Pilger vorbei. Es ist ein Ort des Friedens", sagt er. Man spürt, es tut ihm gut. Dabei packen die Freunde der Kapelle zusammen an. Sie kamen auch jetzt mit Glühwein und selbstgebackenen Lebkuchen. Ein Grund, noch etwas länger in der Gemeinschaft an diesem Ort zu verweilen.