Bei den Neuwahlen des CSU-Ortsverbandes Aurachtal kandidierte Roland Anselstetter nicht mehr als Vorsitzender. Wie er zu Beginn der Jahresversammlung erklärte, gebe es dafür mehrere Gründe, zum einen seine beruflich Arbeitsbelastung und zum anderen habe seine Motivation sehr starke gelitten.
So kritisierte er die "Wendigkeit" des Ministerpräsidenten Horst Seehofer, insbesondere dessen Verhalten zur Energiewende und der von Seehofer durchgedrückten 10H-Regelung, sowie die Politik der Bundeskanzlerin. "Ich habe beruflich mit der Windkraft zu tun und durch die Schlitzohrigkeit des Seehofer nicht nur Ärger, sondern auch erhebliche Mehrarbeit", zeigte sich Anselstetter mit der aktuellen Politik unzufrieden.


Deutliche Worte

Weitere deutliche Worte gab's auch zur Bundeskanzlerin, die nicht die Größe habe, sich hinzustellen und ihren Fehler zur Flüchtlingspolitik zuzugeben. Anselstetter betonte, dass er nicht rechts sei und dass den wirklich Schutzsuchenden auch Schutz gewährt und humanitäre Hilfe geleistet werden müsse. Er werde trotz seiner Unzufriedenheit bei der CSU bleiben, aber im bevorstehenden Wahlkampf kein "Merkel-Plakat" kleben.
Der Kreisvorsitzende, Staatssekretär Stefan Müller, versuchte die Wogen etwas zu glätten. So habe die die CSU schon von Beginn an vor einer unkontrollierten Zuwanderung und offenen Grenzen gewarnt und eine Obergrenze gefordert. Im Nachhinein hätten sich die Befürchtungen der CSU bestätigt und deshalb müsse an den Grenzen kontrolliert werden.


Müller warnt

Auch der Bundestagsabgeordnete stellte die die humanitäre Hilfe für die wirklich Schutzsuchenden nicht infrage. In diesem Zusammenhang warnte Müller aber auch gleich vor einer Rot-Rot-Grünen Bundesregierung. Müller kritisierte auch den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der sich in seiner Eigenschaft als Präsident des Europäischen Parlamentes zu Griechenland und Brexit weitgehend passiv verhalten habe und den Menschen im Land nun erklären wolle, wie Politik geht.
In diesem Zusammenhang verwies Müller auf die im Jahr 2016 aufgewendeten 888,2 Milliarden Euro, die für sozialpolitische Zwecke aufgewendet wurden. Das waren 38,4 Milliarden Euro oder 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2014. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre haben sich die Ausgaben damit sogar um insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro erhöht.