In die magische Welt der Drachen und Kobolde eintauchen sowie Thomas Müller bei seinem Werdegang zum erfolgreichen Fußballspieler begleiten - das konnten am Freitag die Drittklässler der Grundschule Wilhelmsthal, als "ihnen" die Autorin Cornelia Funke und der Starkicker Thomas Müller aus ihren Büchern "Drachenreiter" sowie "Mein Weg zum Fußballprofi" vorlasen. Für den Vorlesespaß "frei Haus" mussten weder die Schriftstellerin aus ihrer Wahlheimat Kalifornien noch der Triple-Sieger aus der bayerischen Landeshauptstadt anreisen. Vielmehr beteiligten sich beide - wie auch eine Reihe weiterer "Promis" - am digitalen Vorlesefestival anlässlich des 17. bundesweiten Vorlesetags 2020.

Die gemeinsame Initiative von "Die Zeit", der "Stiftung Lesen" und der "Deutsche Bahn Stiftung" findet seit 2004 jedes Jahr am dritten Freitag im November statt. Das Konzept ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor - zum Beispiel in öffentlichen Einrichtungen, aber auch an ungewöhnlichen Vorleseorten. In diesem Jahr stand der Vorlesetag unter dem Motto "Europa und die Welt". Die Kontaktbeschränkungen stellten dabei alle Mitwirkenden vor besondere Herausforderungen. Aufgrund der aktuellen Situation fand der Vorlesetag heuer ausschließlich in den jeweiligen Klassengemeinschaften statt. Gelesen wurde von den Lehrern, den Schülern selbst oder aber von den besagten prominenten Gastlesern, die über das Internet und die neuen digitalen Tafeln der Schule ins jeweilige Klassenzimmer zugeschaltet werden konnten.

Aufmerksam lauschten dabei die Kinder in den Klassen 1 K2 a und 1 K2 b den Geschichten ihrer Lehrerinnen, die mittels Dokumentenkameras die Illustrationen der vorgelesenen Bücher auf die Tafel projizieren konnten. Die Klassen 3 a und 3 b griffen auf die Möglichkeit des digitalen Vorlesefestivals zurück und entschieden sich für eine Zusammenfassung der Vorlesungen von Thomas Müller aus seiner Biographie sowie von Cornelia Funke aus ihrem beliebten Fantasie-Roman. In der vierten Klasse gab es gleich sechs Vorleser, die mit ihren Kurzgeschichten ihre Mitschüler in eine andere, spannende Welt entführten. Allen Vorlesern merkte man an, dass sie sich gut vorbereitet hatten. Die Handlung ging ihnen flüssig, anschaulich und gut betont von den Lippen und sie ernteten so manche Lacher. Spaß war also garantiert für die Klassen, die die Lesestunde anschließend dann auch mit Superlativen wie "lustig", "cool" oder "spannend" bedachten. hs