Für Unternehmen, die aufgrund des Corona-Virus in wirtschaftliche Schieflage geraten sind, stellt die Kurzarbeit eine kurzfristige, zeitlich begrenzte Entlastung da. "Was viele nicht wissen: Auch Unternehmen, die nur einen Angestellten haben, können Kurzarbeit beantragen", merkt Matthias Klar von der Arbeitsagentur Bamberg-Coburg an.

Die Agentur für Arbeit zahlt das Kurzarbeitergeld als teilweisen Ersatz für den entfallenen Lohn. Der Arbeitgeber wird dadurch bei den Kosten der Beschäftigung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlastet. Aktuell hat die Regierung bei der Kurzarbeit Erleichterungen erlassen. Doch es gibt einiges zu beachten:

Welche Regelungen gelten derzeit für die Kurzarbeit?

"Für gewöhnlich müssen mindestens 30 Prozent der im Betrieb Beschäftigten von einem Arbeitsausfall betroffen sein, damit Kurzarbeit angezeigt werden kann", erklärt Klar. "Doch bis Ende des Jahres genügen bereits zehn Prozent der Belegschaft." Außerdem können nun auch Leiharbeiter in Kurzarbeit gehen. Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber für ihre kurzarbeitenden Beschäftigten allein tragen müssen, werden durch die Bundesagentur für Arbeit in pauschalierter Form erstattet. Außerdem wurde die maximale Bezugszeit von Kurzarbeitergeld von zwölf auf 21 Monate verlängert.

Welche Rolle spielt dabei der Betriebsrat?

Voraussetzung für die Einführung von Kurzarbeit in einem Unternehmen ist, dass der Betriebsrat zustimmt. "Er kann zwar noch verhandeln, doch am Ende stimmt der Betriebsrat in der Regel zu", sagt Klar. "Denn die Alternative wären ja Kündigungen." Gilt in Betrieben ohne Betriebsrat kein Tarifvertrag mit einer sogenannten tarifvertraglichen Kurzarbeitsklausel, muss grundsätzlich der Arbeitnehmer zustimmen.

Wie hoch ist während der Kurzarbeit das Gehalt?

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall. Kurzarbeiter erhalten davon grundsätzlich 60 Prozent. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts. Eine

Tabelle zur Orientierung gibt es auf der Website der Bundesagentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de. Arbeitgeber können die Lohnlücke verkleinern, indem sie Aufzahlungen leisten. Die Arbeitsagentur Bamberg-Coburg hat kostenlose Hotlines zum Thema Kurzarbeit eingerichtet. Arbeitgeber wählen die Telefonnummer 0800/45 5 55 20, Arbeitnehmer die Telefonnummer 0800/4 55 55 00 oder die 09561/9 31 00.

Dürfen auch Auszubildende in Kurzarbeit geschickt werden?

Das ist grundsätzlich erlaubt. "Davor muss das Unternehmen aber nachweisen, dass wirklich alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft wurden", erklärt Klar. Auch in Teilzeit Beschäftigte eines Betriebs können in Kurzarbeit gehen. saha