carmen schwind Statt Trübsinn blasen, warum in Zeiten von Corona nicht wieder einmal Zeit für ein gutes Buch nehmen? Die Fantasie wird angeregt und der Leser kann in andere Zeiten, spannende Geschichten oder in eine fantastische Zukunft eintauchen - und das alles gemütlich vom Sessel aus.

Die Buchläden haben wieder geöffnet, und die Leser können nun wieder stöbern und in Ruhe neuen Lesestoff finden. Doch, wie erging es den Buchhändlern in den letzten Wochen? Monika Held ist Filialleiterin in der Buchhandlung "Osiander" in Forchheim. Sie hat seit letzter Woche wieder geöffnet. Durch die Schließung entstanden extreme Umsatzeinbußen, erzählt Monika Held. Sie freut sich, dass der Laden wieder offen ist. "Es kam nicht der große Ansturm auf einmal, sondern die Kunden kamen über den Tag verteilt", berichtet sie. Im Augenblick werden bei ihr viele Bücher für junge Leser gesucht; teils aus dem Lernhilfebereich, teils Kinderbücher. "Die Erwachsenen kaufen für sich querbeet ein", sagt Monika Held.

Das kann auch Michael Holz von der Buchhandlung "Faust" in Ebermannstadt bestätigen. Allerdings lief hier die Öffnung anders ab: "Das war fast wie Weihnachten. Viele sind gekommen. Ich glaube, da gab es Nachholbedarf." Holz vermutet, dass es auch daran lag, dass sich die Menschen freuten, dass sie wieder einkaufen konnten. Auch ihm sind durch die Ausgangsbeschränkungen Umsätze eingebrochen. Trotzdem hatte er viel zu tun, da sein Lieferservice gut ankam.

Er schwärmt von den Ebermannstadtern: "Da gab es einige Leute, die tatsächlich den örtlichen Handel unterstützen wollten!" Holz hatte auch per Mail Kontakt zu seinen Kunden gehalten. "Die Zeiten sind schwierig, darum ist man dankbar für alles, was die Stimmung aufhellt." Deshalb empfahl er seinen Kunden zum Beispiel das "Hopserlaufen". "Eine Autorin kam mir in den Sinn, die im Selbstversuch diverse Glücks-Ratgeber gelesen und ausprobiert hat. Ihr Ergebnis war ernüchternd. So gut wie nichts wirkte, nur das Hopfserlaufen", erzählt der Buchhändler.

Beim Ausliefern fiel ihm auf, dass viele Kunden einen Garten haben, deshalb verschickte er Tipps für Gartenbücher - praktische, literarische, historische und welche für Kinder. Seine ersten Buchempfehlungen empfanden seine Kunden als "düster", deshalb gab er Tipps für "positive" Bücher. Mehr Empfehlungen, siehe Infokasten.