Mit einem großen Fragezeichen in Sachen Theatersanierung endete das Jahr 2017 und begann das Jahr 2018: Wo soll das Landestheater unterkommen, wenn das Große Haus am Schlossplatz saniert wird? Am Anger, so lautete der Stadtratsbeschluss, der aber im Februar aufgehoben wurde. Denn da hatten drei Coburger Unternehmen angeboten, sich an der Finanzierung einer Interimsspielstätte zu beteiligen.

Eine reine Interimsspielstätte soll es aber nicht sein: Das Rundtheater, das da am Güterbahnhof entstehen wird, soll mindestens 50 Jahre genutzt werden. Wofür genau, ist noch nicht raus - aber denkbar ist vieles, von der Veranstaltungshalle bis zum Hörsaal für die Hochschule. Eine nachhaltige Sache, für die sich die Unternehmen Brose, HUK Coburg und Kaeser da einsetzen und für die sie selbst insgesamt drei Millionen Euro aufbringen.

Das war der Einsatz, mit dem Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Brose, die Staatsregierung unter Druck setzte. Denn die hätte eine Interimsspielstätte zu drei Vierteln finanziert, unter der Maßgabe, dass diese Interimsspielstätte nach der Sanierung wieder weg muss - abgerissen im schlimmsten Fall, abgebaut und woanders wieder aufgebaut im günstigeren.

Stoschek, der sogar mit dem damaligen Finanzminister und jetzigen Ministerpräsidenten Markus Söder selbst sprach, rechnete vor, dass der Freistaat bereit sei, zehn Millionen Euro oder mehr für ein Gebäude auszugeben, das eigentlich nur vier oder fünf Jahre genutzt werden soll. Dann solle der Freistaat lieber zehn Millionen Euro verbindlich als Festzuschuss gewähren, forderte Stoschek. Söder stimmte am Ende zu.

Doch so einfach, wie es scheint, können Unternehmen einer Stadt kein Geld geben. Vor allem dann nicht, wenn diese Unternehmen bestimmen wollen, wie das Gebäude am Ende auszusehen hat. Die eigens dafür gegründete Globe Coburg GmbH wird der Stadt also Pläne schenken, auf deren Basis der Globe-Bau ausgeschrieben werden kann. Inzwischen werden die Kosten für das Gesamtprojekt auf rund 25 Millionen Euro geschätzt, wobei da auch die Außenanlagen am Güterbahnhof eingerechnet sind. Die hätte die Stadt so oder so finanzieren müssen. Außerdem fallen nach derzeitigem Stand drei (Büro-)Gebäude für Startups ab, die in diesem Bereich ohnehin geplant sind. Im September 2019 sollen die Bauarbeiten beginnen; am 8. Juli 2021 soll das Gebäude übergeben werden. Dann könnte die Sanierung des Landestheaters starten. Die Betriebserlaubnis gilt bis 1. Juli 2020.