Die Halle der Firma Dengler-Bau war vor kurzem das Zentrum für alle, die gerne alte Schlager hören und auch dem altbairischen Jodeln etwas abgewinnen können. Die Freiwillige Feuerwehr von Ober-, Mittel- und Untermembach mit ihrem Vorsitzenden Oliver Schüssler hatte die Raith-Schwestern als Garantinnen für eine gute Stimmung nach Mittelmembach geholt.

Eine Wiese mit dem Hinweis "Park + Raith" stand für die auswärtigen Besucher zur Verfügung. Die Karten waren schon lange ausverkauft und die Halle brechend voll. Die Raith-Schwestern waren mit ihrem neuen Programm "Eine Lederhose packt aus - Schlager und Jodlerhits und die unglaubliche Geschichte einer Lederbux" nach Mittelmembach gekommen.

Darin erzählte an diesem Abend eine echte bayerische Lederhose, nicht irgendein chinesisches Billigprodukt, die Geschichten, die sie mit ihrem Träger Benedikt Brandl erlebte. Dieser Blasmusik-Trompeter ist ein echter Frauenschwarm und rutscht mit seiner "Dantschigkeit" von einem verzwickten Abenteuer ins nächste. Seine Feuertaufe als Musiker empfing er ausgerechnet beim Münchner Oktoberfest mit lauter altgedienten Musikern mit ihren Lederhosen, die sich gegenseitig über ihre Erfahrungen austauschen konnten. Es folgten Erfahrungen mit einer Tuba im Kornfeld, mit esoterischen Tantra-Baumumarmungen und lebensgefährlichen Nüssen, die er sich einverleibte.

Die Erlebnisse des Musikers hat Tanja Raith niedergeschrieben, Andi Blaimer gab der Lederbux des Brandl Beni eine Stimme und bewies, dass das Leben eines Blasmusikers bisweilen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann, Geist und Körper bis an die Belastungsgrenze herausfordert, einfach echter Rock 'n' Roll ist.

Das Publikum singt mit

Susanne und Tanja Raith servierten dazu ihre Lieblingsjodler, Lieblingsschlager und Selbstgemachtes. Da ihr Vater ein Faible für die "Flippers" hatte, stammten auch die Musikbeiträge aus dieser Zeit. Bei "Aber dich gibt's nur einmal für mich" von den "Nilsen Brothers" wippten viele der Anwesenden mit, andere wie "Ramona" von den "Blue Diamonds" oder "O la paloma blanca" von Nina und Mike wurden mitgesungen oder zumindest mitgesummt, genauso wie "Weine nicht kleine Eva" von den "Flippers". Passend zu den einzelnen Textpassagen erklangen auch "Weil i di mog" von "Relax" oder "Mitsou” von Jacqueline Boyer. Die Raith-Schwestern hatten mit ihren Beiträgen auf jeden Fall den Nerv der Zuhörer getroffen, was deren Mitgehen und der Applaus bewiesen. Erst nach zwei Zugaben konnten sie die Bühne endgültig verlassen. Beschenkt wurden sie von Oliver Schüssler und Christof Schnappauf mit einem Blumenstrauß für ihre gelungene Darbietung. Für das Einstimmen vor dem Konzert und zum Ausklang waren die "Heckenmusikanten" um Ingo Singer zuständig, die ihren Instrumenten auch ungewohnte Klänge und fetzige Töne entlockten.