"Das ich das erlebe, ist eine Glückssache", sagte Franz Schmalz und meinte damit seinen 95. Geburtstag, den er am Samstag in Ebermannstadt feierte. Außerdem war er überrascht, weil so viele Gratulanten gekommen waren: "Dass so viele in diesen schwierigen Zeiten kommen, damit habe ich nicht gerechnet."

Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) und stellvertretende Landrätin Rosi Kraus (CSU) waren zwei der vielen Besucher. Der Jubilar erzählte aus seinem aufregenden Leben. Geboren wurde Franz Schmalz in Laschkafeld in der "Schwäbischen Türkei", einem donauschwäbischen Siedlungsgebiet nahe der ungarischen Grenz im heutigen Kroatien. Seine Eltern hatten dort einen Gasthof.

Er wuchs dreisprachig auf und besuchte das Real-Gymnasium. 1943 kam er in die Ausbildungskompanie des Reichssicherheitshauptamtes. "Eigentlich wollte ich zur Luftwaffe, aber die hatte kaum mehr Flugzeuge", erinnerte sich der Jubilar und war sichtlich betroffen, als er weitersprach: "Das habe ich bis heute noch niemandem erzählt." Er musste drei Tage lang von einem Turm aus Häftlinge im Konzentrationslager bewachen. Als ein Offizier einen Häftling angriff, schritt Schmalz ein. Er hatte Glück, dass das keine schlimmeren Repressalien für ihn nach sich zog. Danach durfte er nur noch Häuser bewachen.

"Dann kam ich nach Warschau zur Waffen-SS in die Totenkopfdivision", erzählte der Jubilar. Über Stralsund und Belgien kam er zur Ardennenoffensive und von da in amerikanische Gefangenschaft. Von dort begleitete er einen Kriegsblinden Ebermannstadter in das Lager am Hasenberg. Der Freund bekam eine Arbeit als Telefonist beim Landratsamt. Hier erfuhr Franz Schmalz, dass die Militärregierung einen Bibliothekar suchte.

Nach einigen Schwierigkeiten bekam er die Arbeit, wurde nach drei Jahren nach Hof versetzt und 1961 nach Nürnberg. Hier blieb er bis zur Rente. Als Fußballer hatte er die Handballerin Theresia kennengelernt. 1953 heirateten die beiden und bekamen drei Töchter. Mittlerweile haben sie vier Enkel und zwei Urenkel. Franz Schmalz war ein ausgezeichneter Fußballspieler und hätte unter anderem auch beim Club anfangen können: "Aber ich wollte nicht von Ebermannstadt weg." Während seiner Zeit in Hof spielte er Zweite Liga und verdiente sich dabei 420 Mark im Monat.

In Ebermannstadt war er 20 Jahre lang Vorsitzender des Sportvereins: "Den habe ich auf 14 Abteilungen gebracht." Und auch heute noch macht er täglich eine halbe Stunde lang Gymnastikübungen.