Bamberg — Wann immer der "Himmelfahrtspavillon" in der Letzengasse 5 öffentlich zugänglich ist, drängen sich die Besucher. Das könnte am Sonntag, 14. September, erneut der Fall sein. Zum Tag des offenen Denkmals besteht wieder einmal die seltene Gelegenheit, das Bauwerk zu besichtigen, das einst zur ehemaligen Mang'schen Wachsbleiche gehörte.
Es handelt sich um einen kunstvoll ausgemalten Gartenpavillon aus dem Jahr 1750. Das verhältnismäßig kleine Gebäude - es ist nur 6,4 Meter lang und 3,2 Meter breit - mit seinem überhöhten, überwölbten Raum und ungewöhnlich vielen Fenstern war direkt an das sogenannte Mang'sche Schlösschen angefügt und mit diesem durch eine Tür verbunden. Ausgemalt ist das Gewölbe in barocker Manier mit einer Darstellung, die die Aufnahme Mariens in den Himmel zeigt.
Einmalig ist nach Angaben der Stadt Bamberg und des Eigentümers, Architekt Reiner Bauernschmitt, dass auf den anderen Wänden - soweit bislang erkennbar - augenscheinlich Szenen aus dem Leben der Familie Mang (vielleicht ein Stifterbild), eine antike Landschaft und Memorialsymbole (Grabmal/Pyramidenstumpf/Ehrenkranz) dargestellt sind. Rätsel gebe die Darstellung einer Grabplatte mit hebräisch anmutenden Schriftzeichen auf. Die Malerei insgesamt ist von hoher Qualität, die Urheberschaft nicht gesichert - der italienische Einfluss unverkennbar.
Die Mang'sche Wachsbleiche entstand im Jahr 1745. Ihr Gründer und Namensgeber Mang soll ein ebenso vermögender wie kunstsinniger Mann gewesen sein, der die Wachsbleiche mit zig Skulpturen ausstatten ließ. Sie wurde damals auf rund 10 000 Quadratmetern im Gärtnerland an der Königstraße (heute Brauerei Fässla) angelegt.
Ihr eigentlicher Zweck war es, Bienenwachs auf ausgelegten Steinplatten zu bleichen, so dass es anschließend zu weißen Kirchenkerzen und Votivgaben weiter verarbeitet werden konnte. Von der Wachsbleiche hat nur der Pavillon "überlebt". Am Tag des offenen Denkmals, 14. September, ist das etwas versteckt liegende Kleinod von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. In dieser Zeit bietet Reiner Bauernschmitt Führungen an. jb