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Bad Bocklet
Gemeinderat

Verschiedene Bauvorhaben mit Beratungsbedarf

Sigismund von Dobschütz Unerwartet hohen Beratungs- und Diskussionsbedarf hatte der Bad Bockleter Gemeinderat bei den am Dienstag auf der Tagesordnung stehenden Bauanträgen. Vor allem die sechs neuen ...
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Sigismund von Dobschütz Unerwartet hohen Beratungs- und Diskussionsbedarf hatte der Bad Bockleter Gemeinderat bei den am Dienstag auf der Tagesordnung stehenden Bauanträgen. Vor allem die sechs neuen Ratsmitglieder nahmen sich für jeden Antrag ausreichend Zeit und hinterfragten Einzelheiten, worin ihnen die langjährig erfahrenen Räte dann nicht nachstehen wollten. Eingangs waren die Ratsmitglieder von Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) informiert worden, dass nicht die Gemeinde, sondern das Landratsamt die zuständige Genehmigungsbehörde ist. Abgelehnt wurde nach halbstündiger Beratung der erst nach Vollzug eingereichte Bauantrag zur Erweiterung eines Dachüberstandes an einem Gebäude im Staatsbad. Nach dem Kauf des Hauses war die Eigentümerin von einem Kontrolleur des Landratsamtes darauf aufmerksam gemacht worden, dass eine Pergola widerrechtlich überdacht worden war, weshalb ihr empfohlen wurde, diesen Bauantrag einzureichen. Nach einigem Hin und Her setzten sich Christian Horn (CSU) und Helmut Wischang (SPD) mit ihrer Ansicht durch, dass diese Überdachung bei Beantragung vor Bauausführung vom Gemeinderat sicher nicht gebilligt worden wäre, da der direkte Nachbar seine Zustimmung verweigert hatte. Dieser Ansicht schloss sich die Mehrheit an.

Wohlwollende Zustimmung fand dagegen der Antrag auf Nutzungsänderung des "Biedermeierhofs". Nach Wechsel der Eigentümerin möchte die neue Betreiberin das bisherige Pflegeheim künftig für Servicewohnen, also stationär betreutes Wohnen, mit integrierter Tagespflege nutzen. Hierzu seien keine baulichen Veränderungen am Objekt notwendig. Nach einiger Diskussion über Sinn und Zweck dieser neuen Nutzung, die von Antje Kopp (Grüne) und Barbara Schultze (CSU) ausdrücklich unterstützt wurde, stimmte das Gremium zu.

Der Bauantrag zur Errichtung einer Holz- und Gerätehalle in Aschach war bereits als Bauvoranfrage für ein ähnliches Vorhaben im November vom damaligen Gemeinderat diskutiert worden. Damals hatte man die Zustimmung des Gremiums in Aussicht gestellt unter der Maßgabe, dass die Halle mindestens 1,50 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt stehen soll. Der jetzige Bauantrag bezieht sich auf eine in ihren Ausmaßen kleinere Halle in einer Entfernung von sogar 2,50 Metern. Moniert wurde diesmal lediglich die vorgesehene Dacheindeckung mit Trapezblech. Hier gab Helmut Wischang (SPD) zu bedenken, bei Starkregen auf das Blech könnten sich Nachbarn gestört fühlen. Er empfahl, das Landratsamt solle diese Frage gemäß der Emissionsschutzverordnung prüfen. Trotz dieser Anmerkung wurde der Bauantrag einstimmig gebilligt.Diskutiert wurde auch die Bauvoranfrage zur Errichtung eines Einfamilienhauses in Bad Bocklet. Neben zwei anderen Befreiungen vom gültigen Bebauungsplan wünscht sich der Bauherr ein Flachdach statt des vorgeschriebenen Satteldachs. Gemeinderat Martin Eisenmann (Grüne) bemängelte spontan, dies würde sich nicht in die Umgebung einfügen, worauf Jürgen Reuß (CSU) mit Blick auf das Alter des Bebauungsplans widersprach: Die Bauformen hätten sich in vergangenen Jahren stark verändert, was man doch akzeptieren müsse. Dem Vorschlag von Uto-Paul Schmitt (FCW), hierzu die Nachbarn zu befragen, entgegnete Geschäftsleiter Beck, die Befragung von Nachbarn folge grundsätzlich erst mit Einreichung eines offiziellen Bauantrags. So gab es auch in diesem Fall - wie bei den drei übrigen Bauanträgen - die volle Zustimmung des Rats.