Arkadius Guzy Seit bekannt geworden ist, dass das Gasthaus "Grüner Baum" zum Jahresende schließt, treibt die Frankenbrunner die Frage um, wo sie sich künftig treffen können. Seit etwa einem halben Jahr suchen Vereinsvertreter mit der Gemeinde nach einer Lösung, wo Räume für die Dorfgemeinschaft entstehen könnten. In einer Bürgerversammlung am Mittwochabend stellten sie die bisherigen Überlegungen vor.

"Das Thema ist im vergangenen halben Jahr viel diskutiert worden", sagte Torsten Büchner, Ortsbeauftragter und zugleich Vorsitzender sowie Kommandant der Feuerwehr. Die Ortsvereine hatten einen Arbeitskreis aus den Vorstandsmitgliedern gebildet. Als Anregung besichtigten sie das Mehrgenerationenhaus "Eulentreff" in Fuchsstadt.

Die ersten Überlegungen zielten auf das Feuerwehrhaus ab. Gedacht war an eine Erweiterung des Gebäudes. Aber erklärte Büchner: "Wir stehen ziemlich an der Grenze zum Nachbar. Es gibt nicht viel Ausdehnungsfläche." Für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses wäre also zusätzliche Fläche notwendig. Doch die Verhandlungen darüber blieben erfolglos.

Das Feuerwehrhaus wird künftig nicht mehr für private Veranstaltungen vermietet, wie Büchner sagte. Die Einsatzbereitschaft soll nicht behindert werden, führte er aus, zumal die Feuerwehr jetzt ein neues Fahrzeug hat.

Stefan Zülch von der DJK äußerte in der Bürgerversammlung die Bereitschaft, die Vereine zu unterstützen. Die DJK hat ein Sportheim. Doch für ein Vereins- und Bürgerhaus scheint es weniger geeignet. Wie Zülch erklärte, passten knapp 60 Personen hinein. Außerdem liege das Sportheim etwas weiter weg vom Ortskern entfernt. Und im Winter sei das Gebäude stillgelegt.

"Wir haben alle Möglichkeiten durchleuchtet", berichtete Herbert Schmid von der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Ein Gedanke sei gewesen, das Gerätehaus am Weidig neu zu bauen und das jetzige Feuerwehrhaus als Bürgerhaus zu nutzen. Doch der neue Standort fiel laut Schmid unter anderem wegen der ungünstigen Zufahrtssituation weg. Auch als Standort für ein Bürgerhaus erschien die Weidig-Fläche ungeeignet. Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/Freie Wähler) nannte zum Beispiel die unklare Hochwassersituation. Außerdem handele es sich um eine für das Mikroklima wertvolle Grünfläche, die erhalten werden sollte.

Daher entwickelte sich im Laufe der vergangenen Monate die Idee, das alte Schulgebäude zu nutzen. Es gehört der Gemeinde. "Es wäre schön, wenn man was daraus machen könnte", sagte Otto Granich vom Gartenbauverein. Allerdings reiche der dortige Saal nicht aus. Das Schulgebäude ist außerdem an ein Ehepaar vermietet. So entstand eine "tolle Idee", wie es Granich bezeichnete: ein Anbau an die alte Schule.

Reinhard Zeitz, Planer und Vorsitzender des Faschingsclubs, präsentierte die von ihm ausgearbeiteten Entwürfe. Der Anbau würde laut Zeitz einen Saal für 100 Personen bieten. Die Wohnung im Schulgebäude bliebe unangetastet.

Doch auch für diese Erweiterung wäre ein Flächenankauf notwendig. Nach zunächst viel versprechend verlaufenden Gesprächen zog der infrage kommende Nachbar seine Bereitschaft jedoch überraschend zurück. Wie in der Bürgerversammlung zu hören war, müssen aus seinem Wohnumfeld Bedenken wegen der Parkplatzsituation und des erwarteten Lärms an ihn herangetragen worden sein.

Die Wortmeldungen in der Bürgerversammlung versuchten diese Befürchtungen zu entkräften. So seien keine Parkplatzprobleme zu erwarten, weil die Nutzer des Bürgerhauses nicht von außerhalb, sondern nur aus dem Ort selber kämen. Zum Thema Lärm wies Schlereth darauf hin, dass die Schule bis in die 1970er Jahre in Betrieb gewesen sei: "Da war im Ortskern immer Leben."

Einer der Teilnehmer der Bürgerversammlung bot spontan sein leer stehendes, elterliches Anwesen als Alternative an. Schlereth sagte zu, das Angebot zu prüfen. "Wir bleiben an der Sache dran", versprach Büchner. Die Teilnehmer der Bürgerversammlung waren sich einig, die Diskussion erst einmal über die Ferien sacken zu lassen - in der Hoffnung, dass sich das Meinungsbild zum Anbau an die alte Schule ändert. Einzelne boten an, mit dem Nachbar zu sprechen - nach etwas Zeit und ohne ihn überrumpeln zu wollen.