Weg mit den Barrieren, fordern die Mitglieder des VdK-Kreisverbands.
Dazu wird man die vom VdK Sozialverband Bayern ins Leben gerufene Kampagne mit allen Möglichkeiten auf Ortsverbands- und Kreisebene im Landkreis Kronach unterstützen, bekräftigte Kreisvorsitzender Heinz Hausmann vor etwa 150 Delegierten im Schützenhaus Kronach.
Sehr gut angekommen ist bei den Vorsitzenden der 39 Ortsverbände, dass sich fachkundige Politiker, aber auch betroffene Menschen mit Behinderung zu diesem heiklen Thema in einer Diskussionsrunde äußern durften. Für die Politik sprachen der SPD-Kreistags-Fraktionsvorsitzende Richard Rauh, der stellvertretende Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion, Michael Wunder, der Kreisbehindertenbeauftragte Hermann Feuerpfeil für die Freien Wähler. Weitere Diskussionsteilnehmer waren Michael Pütterich, Marktgemeinderat und Behindertenbeauftragter im Markt Pressig, sowie vom Behindertenclub Kronach die stellvertretende Vorsitzende Johanna Strysio und Luitpold Herrmann sowie der Geschäftsführer der Lebenshilfe Kronach, Wolfgang Palm. Sie verlangten unisono Verbesserungen für Menschen mit Behinderung in Stadt und Landkreis Kronach.
Michael Pütterich forderte Behindertenbeauftragte in jeder Kommune im Landkreis. Richard Rauh dämpfte allzu große Hoffnungen. "Die Politik kann keine Wunder bewirken, sie kann nicht über Nacht das schaffen, was Jahrzehnte versäumt wurde." Dabei verwies er darauf, dass schon einiges getan wurde und noch in Angriff genommen werde. An Sportstätten, in der Musikschule und besonders im Gründerzentrum sei noch viel zu tun. Das jetzt gerade von Kommunen in Anspruch genommene Kommunal-Investitions-Programm sei zwar gut, aber 7, 37 Millionen für 14 Gemeinden im Landkreis Kronach seien zu wenig.
"Erst müssen die Barrieren in den Köpfen weg", meinte Rauh. Michael Wunder stimmte zu. Demnächst werde man auch das Landratsamt in Sachen Barrierefreiheit in Angriff nehmen müssen, sagte Wunder. Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Kronach, Hermann Feuerpfeil, sah noch viele Barrieren, die es abzubauen gilt. Positive Beispiele seien die Inklusionsschule in Teuschnitz und das neu erbaute Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Kronach. Wolfgang Palm brach eine Lanze für Kinder im Kindergarten und Grundschule. Bereits hier müsse man umdenken und Kinder mit Behinderung integrieren. Johanna Strysio setzte Hoffnung in die VdK-Kampagne. Als Kämpfer bezeichnete sich der Rollstuhlfahrer Luitpold Herrmann. Er lehne zum Beispiel die Teilnahme an Veranstaltungen ab, zu denen man nicht barrierfreien Zugang habe.
Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann sah als größte Herausforderung den barrierefreien Zugang zur Festung Rosenberg. VdK-Kreisvorsitzender Heinz Hausmann sprach von einem ehrgeizigen Ziel, wenn Bayern 2023 in öffentlichen Räumen barrierefrei sein soll, wie Ministerpräsident Seehofer ankündigte. Als "Alarmstufe eins" bezeichnete er den Bahnhof in Kronach, hier müsse dringend etwas für die Barrierefreiheit getan werden.
Weitere Infos zur VdK-Kampagne gibt es unter www.weg-mit-den-barrieren.de. eh