Das Flurstück am Weinberg bei Gestungshausen war noch Gemeindewald, als die Klausenquelle 1970 gefasst und hergerichtet wurde. Schnell wurde der Platz mit Sitzgelegenheiten und dem auch im trockensten Sommer plätschernden Wasser zu einem beliebten Ziel für den Sonntagsspaziergang. Jetzt, 50 Jahre später, hat er neuen Glanz bekommen.

"Das Umfeld hatte ein bisschen Patina angesetzt", umschreibt es Förster Bernd Lauterbach. Nach der Eingemeindung Gestungshausens zu Sonnefeld war der Gemeindewald verkauft worden und gehört heute zum Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Der Betrieb hat sich diese Gemeinwohlaufgabe einen vierstelligen Betrag kosten lassen, so Bernd Lauterbach.

Halbstämme aus Eichenholz wurden als Sitzbänke aufgebaut, Quellfassung und Brunnen gereinigt und ausgebessert, Leitungen gespült. Jetzt ist der Platz wieder ein einladender Ort, der gerade auch in Zeiten der Corona-Beschränkungen wieder rege besucht wird.

Brunnenpaten gefunden

"Damit alles auch so erhalten bleibt, haben wir nach Paten gesucht, die immer ein Auge auf den Platz haben", erklärt Bernd Lauterbach. Gefunden hat er solche Paten gleich doppelt. Jagdpächter Bernd Höcherich kennt die Quelle und den Klausenbrunnen schon seit seiner Kindheit. Er wird künftig vor allem ein Auge auf die technischen Anlagen haben. Als Vorsitzende des Gartenbauvereins versichert Antje Hartan, dass sich die Mitglieder einbringen werden, das Umfeld gepflegt zu halten.

Eine Schicht staut das Wasser

Quellen wie die des Klausenbrunnens gibt es in der Region an mehreren Stellen. Bernd Lauterbach erklärt den geologischen Hintergrund. "Am Weinberg trifft Muschelkalk auf Buntsandstein. Dazwischen gibt es eine wasserstauende Schicht aus Rötton als Quellhorizont." Entlang dieser Schicht tritt das Wasser dann an geeigneter Stelle aus dem Berg. Das Einzugsgebiet ist nur Wald. Auch wenn der Klausenbrunnen nicht offiziell Trinkwasser spendet, dürfte die Qualität zumindest so gut sein, dass Besucher ihre Haustiere getrost trinken lassen können.

Wasser für ein Biotop

Der Überlauf versorgt ein Feuchtbiotop etwas unterhalb zuverlässig mit Wasser. Ein Lebensraum, der von Amphibien bevölkert ist. Naturinteressierte Wanderer können sich rund um den Brunnen umschauen und versuchen, die Baumarten zu zählen, die sie dort finden. Wer schummeln will, findet auf einer Infotafel neben dem Brunnen den Hinweis, dass es zehn sind - allerdings nicht welche.

Vielfalt ist in Zeiten des Klimawandels das Rezept der Forstwirtschaft, das auch in Zukunft stabile Wälder ermöglichen soll. Weil verschiedene Baumarten auch ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort und die Wasserversorgung haben, sorgt eine möglichst breite Mischung dafür, dass immer zumindest ein Teil der Baumarten mit den jeweiligen Bedingungen einigermaßen zurecht kommt.

Das Bild des Waldes wird sich also wohl in den kommenden Jahrzehnten verändern, auch rund um die Klausenquelle und ihren Brunnen.

Der Brunnen wird aber weiter sprudeln - das hoffen zumindest alle, die den Platz jetzt wieder schön hergerichtet haben. Und dass der Klausenbrunnen auch in den beiden zurückliegenden Dürrejahren immer schön gleichmäßig plätscherte, lässt seine Freunde zuversichtlich bleiben.