Der Umbau der Brunnenstube auf dem Sulzthaler Dorfplatz zum Kneippbecken ist vom Tisch. Den vom August vergangenen Jahres von Gabi Schaub gestellten Antrag lehnte das Gemeinderatsgremium jetzt - nicht zuletzt auch wegen der Verkehrssicherungspflicht - mit einer Gegenstimme ab. Schaub wollte damit besonders an den heißen Tagen Leben auf den Platz bringen und dem offenen Wasserlauf eine Funktion geben.

Der Vorschlag scheitere an Wasserhöhe und -führung und auch an der Verkehrssicherungspflicht, sagte Bürgermeister August Weingart. Er sprach sich dagegen aus, die jetzige Wanne zu zerstören, und auch die dann benötigten Handläufe seien dann Turnstangen. Anfreunden dagegen konnte sich der Rat mit dem Wunsch von Felix Neder, die Markthalle auf dem Dorfplatz als zusätzlichen Eheschließungsort zu widmen.

Die 2. Bürgermeisterin Gabi Dehmer störte sich zu Beginn der Sitzung an der Formulierung in der Niederschrift der vergangenen Sitzung, in der die Klärschlammentsorgung über die geplante Kooperation als die "kostengünstigste Lösung" bezeichnet wurde. Für eine solche Aussage fehle der Vergleich zu einer Alternative und der Preis sei letztendlich auch noch nicht detailliert bekannt.

Photovoltaikanlage vorgestellt

"Sonne wird Strom", unter diesem Motto stellte Thomas Jungkunz von Südwerk ein mögliches Projekt zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage unweit der Sulzthaler Aussiedlerhöfe vor. Das in Burgkunstadt angesiedelte Unternehmen hat 23 Mitarbeiter und bereits 31 Anlagen realisiert. Bei dieser Energieform handle es sich um ein Energiesystem, dass man hier vor Ort steuern und beeinflussen könne. Gegenüber einer Biogasanlage sei die Ausbeute rund 20-fach höher. Bei der Planung achte man auf Einsehbarkeit, Bodenbonität und -denkmäler. Jungkunz zeigte Beispiel für die Eingrünung der Anlagen auf und stellte Bürgerbeteiligungsmodelle vor. Bei den sich anschließenden Fragen aus dem Gremium ging es um den Anschluss ans Stromnetz, um die Rückbausicherung und um die Bürgerbeteiligung. Grundsätzlich sprach sich Bürgermeister Weingart für die Energiewende aus, aber die Energieeinsparung stehe für ihn an erster Stelle. "Speziell bei der E-Mobilität und dem damit einhergehenden Rohstoffabbau für Akkus habe ich größte Bauchschmerzen", so der Bürgermeister.

Einhellig stimmte das Gremium der Kooperation mit dem Abwasserzweckverband (AZV) Thulba-Saale zur Klärschlammentsorgung zu. Weingart benannte die Kostenprognosen: Die Investitionskosten für die Gemeinschaftskläranlage der drei Kommunen Sulzthal/Ramsthal/Wirmsthal belaufen sich demnach auf 293 000 Euro und die jährlichen Verwertungskosten auf 14 700 Euro.