Matthias Einwag Seit Jahrzehnten ist das Projekt "Kehlbachgrundanbindung" in Vorbereitung. 2008 erfolgte die Planfeststellung für die Anbindungsspange, seit 2018 hat dieser Beschluss Bestandskraft. Entstehen soll eine Tangente, die von Prächting aus die Staatsstraße 2187 an die A 73 anschließt. Die Staatsstraße verbindet Ebensfeld und Scheßlitz. Bis jetzt fließt sämtlicher Verkehr aus und in Richtung Scheßlitz durch den Ebensfelder Ortskern. Mit der Anbindung der Staatsstraße an die Autobahn sollen jene Fahrzeuge aus Ebensfeld herausgehalten werden, deren Fahrer auf die Autobahn wollen oder von dort in den Kehlbachgrund abbiegen.

Sabrina Hörl, die Pressesprecherin des Staatlichen Bauamts Bamberg, erklärt auf Anfrage dieser Zeitung: "Ein Baubeginn kann derzeit noch nicht verlässlich vorhergesagt werden, da dieser abhängig ist, von den zugewiesenen Haushaltsmitteln des Landes." Die Baugebietslänge beträgt ihren Angaben zufolge rund zwei Kilometer. Die Spange binde in Prächting bei den ersten Häusern am Ortseingang, kurz nach der nördlich einmündenden Ortsstraße Saalweide, an die bestehende Staatsstraße 2187 an. An der Anschlussstelle Ebensfeld (A 73) beginne der Bau der "Verlegung südlich Ebensfeld" rund 100 Meter nordwestlich des westlichen Auf- und Abfahrtastes der Autobahn.

Vorbereitende Arbeiten begonnen

Momentan werden in diesem Bereich vorbereitende Bauarbeiten ausgeführt. Sabrina Hörl: "Im Fachjargon heißen diese vorbereitenden Arbeiten CEF-Maßnahmen - continuous ecological function." Das bedeute, dass auf diesem Areal für den Artenschutz dauerhafte ökologische Funktionen erwirkt werden sollen. Es handle sich um eine zeitlich vorgezogene Ausgleichsmaßnahme. Der Erfolg werde über ein begleitendes Monitoring kontrolliert.

Eidechsen werden umgesiedelt

Durch diese Vorabmaßnahme, sagt die Pressesprecherin, "sollen die im künftigen Trassenbereich befindlichen Zauneidechsen einen neuen Lebensraum erhalten und vor Durchführung der Straßenbaumaßnahme im Trassenbereich dorthin umgesiedelt werden". Hierfür würden derzeit Habitatstrukturen geschaffen - zum Beispiel eine Sandhaufen-Anlage und Totholzbereiche. Dorthin sollen die Zauneidechsen nach dem Abfangen im nächsten Jahr umgesiedelt werden.

Überflughilfe für Fledermäuse

"Als Überflughilfe für Fledermäuse und Vögel werden Hecken im Bereich der Kehlbachquerung angelegt", fährt Sabrina Hörl fort. Zudem dienen Heckenanlagen als Ersatzhabitate für Vögel und sollen das Nahrungsangebot für die Tiere verbessern. Diese Flächen liegen nördlich der alten Staatsstraßentrasse. Ebensfelds Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) hierzu: "Die Option einer Begradigung der später herabzustufenden Staatsstraße besteht weiterhin."

Nach den Prognoseberechnungen der Planfeststellungsunterlagen für das Jahr 2015 erwartet das Staatliche Bauamt einen durchschnittlichen täglichen Verkehr von 2071 Fahrzeugen in 24 Stunden für die neue Auffahrtsspange. Die Baukosten werden auf rund sechs Millionen Euro veranschlagt.

Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Anton Reinhardt, hatte das Areal vor kurzem besucht und bei dem Ortstermin seine Kritik geäußert. Er bedauerte "angesichts der Bilderbuchlandschaft, die man vom Standort des neu geplanten Klinikumkomplexes von Kutzenberg aus bewundern kann, dass die Straßenbauverwaltung nach wie vor eine flächenverschwendende Neubautrasse der Staatsstraße 2187 zwischen Prächting und Ebensfeld mit der Direktanbindung an die A 73 realisieren" will.

Unabhängig von der Kehlbachgrundquerung legt der Bezirk Oberfranken eine Baustraße am Rande des Klinkumbereichs in Kutzenberg an. Pressesprecher Dietmar Hagel von den Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) schildert den Sachverhalt so: "Für das Jahrhundertprojekt Klinikneubau Bezirksklinikum Obermain wird die Erstellung einer Bautrasse notwendig werden. Sie dient dem Zweck, den Baustellenverkehr aus dem Gelände des Klinikums zu halten. Die Arbeiten an dieser Bautrasse haben noch nicht begonnen. Wir gehen davon aus, dass der erste Spatenstich für den Neubau unseres Klinikums Ende 2021 erfolgen kann. Begonnen wird dann mit dem ersten Bauabschnitt, der nach circa fünf Jahren Bauzeit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik einen neuen Sitz geben wird." Diese Bautrasse werde später als Versorgungstrasse und Feuerwehrzufahrt weiter genutzt.