Nach einem großen Erfolg, so wie ihn der HSC 2000 Coburg vergangene Woche in Minden feierte, besteht immer die Gefahr, die nächste Aufgabe nicht mit der allerletzten Konsequenz anzugehen. Wie versucht Jan Gorr gegenzusteuern?
"Indem man an die Aufgabe herangeht wie immer. Dazu den Rückenwind und den positiven Drive einfach mitnimmt. Das ist die beste Kombination."
Das wird auch notwendig sein, denn TUSEM Essen, das am Samstagabend ab 19.30 Uhr beim HSC gastieren, liegt mit ausgeglichenem Punktekonto zwar nur auf Rang Zehn, doch ein unbequemer Gegner ist das allemal. Essen hat in eigener Halle Friesenheim geschlagen und Minden ein Remis abgetrotzt. Auswärts konnten sie bisher jedoch nur in Henstedt und Neuhausen gewinnen, hatten dabei aber einige knappe Niederlagen zu verzeichnen.
"Das ist kein Zufall, sie haben eine gute Mischung und wer in Nordhorn mithält, da sollte man wissen, was auf einen zukommt", nimmt Gorr auch diese Herausforderung genauso ernst wie Minden.
Sein Team scheint auch geerdet genug um sich auf die neue Aufgabe zu konzentrieren, doch man merkte allen die Befreiung nach dem Minden-Erfolg nach zuvor doch eher durchwachsenen Auftritten an.
Essen setzt auf den Nachwuchs, weil sich im Ruhrpott - nicht wie in Coburg - vieles auf den Fußball fokussiert. Neben den vielen jungen Spielern gibt es aber auch einige erfahrene Spieler. Spielgestalter und gemeinsam mit Paul Trodler Organisator der 6:0-Abwehr ist Michael Hegemann. Allerdings kann die Defensive auch in einer 5:1-Formation agiert. "Das verlangt von uns eine sehr geduldige und disziplinierte Spielführung im Angriff", weiß der Coburger Trainer.
Gorr rechnet mit der Rückkehr des angeschlagenen Adnan Harmandic. Kirchner, Lilienfelds, Wucherpfennig und Riehn laborieren dagegen an Infekten. "Ich hoffe natürlich, dass wir keine größeren Probleme bekommen und sich die Lage bis Samstag wieder bessert", zeigt sich Gorr trotzdem skeptisch.Am Mittwochabend hat er das Mannschaftstraining absagen müssen. "Ein Großteil der Truppe lag flach und laboriert an Erkältungssymptomen."


In der "Mannschaft der Woche"

Mit Florian Billek und Girts Lilienfelds wurden erstmals zwei HSCler gemeinsam in die "Mannschaft der Woche" des Fachmagazin "Handballwoche" gewählt. Egal wie die Situation am Spieltag ist, es sollte genügend Potenzial vorhanden sein um die gute Ausgangsposition zu behaupten, auch wenn der Vertrag mit Micke Brasseleur, wie bereits gemeldet, unter der Woche aufgelöst wurde und er nicht mehr zur Verfügung steht.
"Der Sieg von Minden hat nur Bedeutung, wenn wir das Heimspiel gewinnen", legt Gorr die Messlatte hoch. Vielleicht wird Essen ja ein "Schmankerl"...