Herzogenaurach — Dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, ist nicht nur eine leere Phrasenschwein-Floskel. Dies bewiesen die Handball-Männer der Turnerschaft Herzogenaurach. In der zweiten Runde des Molten-Cups in Neuendettelsau setzten sich die Schuhstädter im Halbfinale knapp gegen den MTV Stadeln durch, um sich im anschließenden Endspiel gegen den HSV Hochfranken für die nächste Runde zu qualifizieren.

MTV Stadeln -
TS Herzogenaurach 30:31

Die Sieben um Spielertrainer Ingo Kundmüller bekam es zunächst mit einem Aufstiegsanwärter der Bezirksoberliga zu tun. Der MTV um den früheren TSH-Rechtsaußen Sandro Karg stellte die Gäste vor größere Probleme. Zwar erwischten die Herzogenauracher einen 7:2-Blitzstart, das Polster erwies sich allerdings als nicht groß genug. Denn während der gesamten ersten Halbzeit blieb Stadeln durch Treffer von Karg und Co. in Schlagdistanz (7:10, 12:16). Aufgrund eines starken Torhüters Sebastian Kammerer und einer agilen Abwehrreihe legten die Schuhstädter anschließend den Grundstein für den 17:13-Pausenvorsprung.
Den Stadelnern genügte ein 3:0-Lauf nach dem Seitenwechsel, um die Partie wieder offen zu gestalten. Angeführt vom ehemaligen TSH-Flügelflitzer, der mit seinen sechs Toren und drei Zeitstrafen für einige Höhepunkte sorgte, glich die Mannschaft von Trainer Stefan von Frankenberg beim Zwischenstand von 27:27 erstmals aus.
In der Schlussphase bewies die Kundmüller-Sieben die stärkeren Nerven: Während sich der Kontrahent mit zwei Platzverweisen und einer Zeitstrafe gegen den Coach dezimierte, übernahm Routinier Peter Kares die Verantwortung und sorgte mit einem Last-Minute-Treffer für den knappen 31:30-Endstand.
TSH: Kammerer, Mayer - Zhilinskiy, Hirning (2), Will (2), Josnik (3), Großhauser (1), Philipp Wolf (2), Markus Wolf (4), Hettchen (4), Janson (3), Kares (3), Kundmüller (7/1)
HSV Hochfranken -
TS Herzogenaurach 26:30

Die Rollen für das folgende Finale waren klar verteilt: Während der vollbesetzte Landesligist als klarer Favorit in die Partie startete, traten die Bezirksoberliga-Handballer aus der Schuhstadt als Underdog an. Davon war auf dem Parkett allerdings nur wenig zu sehen. Durch eine Leistungssteigerung hielt die TSH mit dem spielstarken Gegner konstant mit. Lediglich die Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig.
"Unsere Abwehr stand sehr gut, Adrian Schauer hat im Tor überragend gehalten und im Positionsangriff haben wir frei kombiniert. Lediglich der gegnerische Keeper hat einige Bälle von uns abgefischt", resümierte TS-Kapitän Jonas Hirning nach dem Turnier. Mit 11:10 hatte seine Mannschaft zur Halbzeit leicht die Nase vorn.
Dies sollte sich auch im zweiten Durchgang nicht ändern. Durch schnelles Umschaltspiel ergaben sich immer wieder Konter, die die TSH-Flügelspieler konsequent nutzten. Aber auch aus der Distanz bewiesen die Schützen ein goldenes Händchen. So überwanden Kundmüller, Wolf und Co. immer wieder den gegnerischen Defensivblock und erzielten wichtige Treffer.
Klar absetzen konnte sich der Bezirksoberligist jedoch erst in der Schlussphase. So verwandelte die TSH eine knappe 26:25-Führung in einen souveränen 30:26-Endstand. Der Spielertrainer war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Trotzdem sieht er noch Handlungsbedarf: "Im Finale sind wir hervorragend aufgetreten. So wünsche ich mir das auch für die Zukunft. Gegen vermeintlich schwächere Gegner tun wir uns aber sehr schwer. Wir schaffen es nicht, eine Führung zu verwalten oder diese auszubauen." Am kommenden Samstag tritt die TSH bei Kundmüllers ehemaligem Verein in Winkelhaid an. mk
TSH: Kammerer, Schauer, Mayer - Zhilinskiy (1), Hirning (2), Will (3), Josnik (1), Großhauser (6/2), Auer, P. Wolf (3), M. Wolf (4), Hettchen (4/1), Janson (2), Kundmüller (4)