Auch die Turnerschaft 1861 Herzogenaurach steht aufgrund des demografischen Wandels vor neuen Herausforderungen. "Volle Hallen - hervorragende sportliche Erfolge - leere Kassen", umschrieb der Vorsitzende Gerd Ankermann in der Jahresversammlung die Situation des Vereins mit aktuell 2024 Mitgliedern.
"Der derzeitige Vorstand wird sich weiterhin bemühen, möglichst allen Wünschen seiner Mitglieder gerecht zu werden. Hierbei darf sicherlich nicht übersehen werden, dass in finanzieller Hinsicht die Probleme für den Verein in den kommenden Jahren größer werden", erklärte dazu Finanzvorstand Roland Lessig. Auch aufgrund rückläufiger Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung musste Lessig ein Minus von rund 35 000 Euro gegenüber einem Plus im Jahr 2015 vermelden. "Wenn wir in einem Jahr wieder einen derartigen Betrag aus den Rücklagen entnehmen müssen, bekommen wir ein Liquiditätsproblem", befürchtet der Finanzvorstand und kündigte eine Beitragsanpassung an.
Die Mitgliedsbeiträge waren in den vergangenen vier Jahren konstant, jetzt schlug die Vereinsleitung der Mitgliederversammlung eine moderate Erhöhung zwischen fünf und zehn Prozent vor. Bedingt durch allgemeine Kostenerhöhungen, anfallende Reparaturen und Lohnsteigerungen sei dies notwendig. Es solle auch künftig jedes aktive Mitglied in der Lage ist, seinen Sport mit Freude zu betreiben. Auch aufgrund der Altersstruktur der Mitglieder seien die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen leicht rückläufig. Positiv sei, dass mehr als 500 Kinder und Jugendliche aktiv sind, aber in den Altersgruppen von 14 bis 40 Jahre gebe es ein Loch und erst ab 41 Jahre steige die Mitgliederzahl wieder an.


Beiträge steigen um zehn Prozent

Zum Vorschlag einer Beitragserhöhung gab es dann auch keine größeren Diskussionen, sondern nur den Vorschlag, nicht mehr wieder vier Jahre zu warten. Für Kinder bis zehn Jahre werden künftig 7,70 Euro statt bisher sieben Euro fällig, also eine Anhebung von zehn Prozent. Auch die Jugendlichen bis 24 Jahre und aktive Erwachsenen zahlen zehn Prozent mehr. Für Ehepaare und für Familien mit Kindern bis zehn Jahre steigt der Beitrag um sechs und für Familien mit Jugendlichen bis 24 Jahre um fünf Prozent. Die Mehreinnahmen durch die Beitragsanpassung schätzt Lessig auf etwa 16 000 Euro. Um wieder eine schwarze Null oder ein Plus zu erzielen, setzt die Vereinsleitung zusätzlich verstärkt auf Sponsoring und Werbeeinnahmen.
Ankermann berichtete von vielen sportlichen Erfolgen der verschiedenen Abteilungen, allerdings seien die Hallenkapazitäten erschöpft. Vor allem die Trendsportarten boomen und stellen den Verein vor neue Herausforderungen. Bürgermeister German Hacker (SPD) erinnerte daran, dass zunehmende Mitgliederzahl im Kinder- und Jugendbereich sich auch positiv auf die Vereinsförderung auswirken werde. Dem Bürgermeister fiel auch die Aufgabe des Wahlvorstandes zu, denn auf Vorschlag des Vorstands sollte die Vereinsführung um Ulrike Schlichte als Schriftführerin erweitert werden. Sie übte bisher das Amt der Jugendbeauftragten aus, aber da die Kinder und Jugendlichen in den einzelnen Abteilungen hervorragend betreut werden, wollte Ulrike Schlichte auf eigenen Wunsch in die Vereinsführung wechseln, um dort die Belange der Kinder und Jugendlichen noch besser vertreten zu können. Damit waren die Mitglieder einverstanden und Ulrike Schlicht wurde nahezu einstimmig in ihr neues Amt gewählt.
Christa Spitzer, verantwortlich für Jugend, Kultur und Soziales berichtete über eine Reihe von erfolgreichen Veranstaltungen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Im Juni findet in Herzogenaurach in Zusammenarbeit mit der Sparkasse wieder eine "Knaxiade" statt. Aufgrund des Jubiläums der Sparkasse wird die Veranstaltung in diesem Jahr etwas größer ausfallen und auch einige besondere Überraschungen bieten.