Seit Jahren ist der demografische Wandel Gewissheit. Der Markt Burkardroth litt unter der Entwicklung. Das zeigte sich beim Blick auf die Einwohnerstatistiken. Mittlerweile gab es in der Kommune am Fuß der Schwarzen Berge eine leichte Trendwende.

"Die Einwohnerzahl steigt wieder", kommentiert Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) die Entwicklung. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Markt Burkardroth ein Plus von 78 Menschen bei der Bevölkerung der zwölf Ortsteile. Insgesamt hatte die Kommune am Ende des vergangenen Jahres 7520 Einwohner.

Ganz aus der Welt ist der demografische Wandel allerdings nicht. "Die Leute ziehen teilweise weg." 2020 waren das im Markt Burkardroth 242 Menschen, die ihren Wohnsitz in andere Orte verlegten. "Das ist einmal der Alterswegzug, wenn zum Beispiel das eigene Haus für Senioren zu groß ist, und man eine kleine Wohnung möchte." Diese Wegzüge gehen vorwiegend ins städtische Umland wie Bad Bocklet oder Bad Kissingen. Zur Fluktuation trage auch die Partnerwahl bei, so Wehner.

Studium und Arbeitsplätze als Push-Faktor

Ein weiterer Faktor, der zum Wegzug aus der Kommune führt, seien Arbeitsplätze. Denn Industrieanlagen wie in Schweinfurt gibt es im Markt Burkardroth laut Bürgermeister eben nicht. Weg ziehe es auch manchen jungen Menschen. "Da geht es dann beispielsweise nach Würzburg zum Studium, dort lernt man seinen Partner oder die Partnerin kennen und lässt sich dann an einem Ort nieder, wo es den Job gibt, für den man studiert hat", erklärt Wehner.

Einen anderen Faktor, der einst für Wegzüge sorgte, bekommt die Kommune allmählich in den Griff: Die Frage nach dem Bauland. "Dadurch, dass wir mittlerweile Flächen zur Verfügung stellen, bleiben viele Leute hier. " Und: "Wir haben mittlerweile viele Anfragen von außerhalb." Das schlägt sich in den Zahlen nieder. Im vergangenen Jahr zog es laut Statistik 315 Menschen in den Markt Burkardroth.

Vorzüge des ländlichen Raums

Eine Ursache dafür sieht Wehner unter anderem in der Corona-Pandemie. "Es zieht die Menschen aus der Stadt wieder aufs Land. Das Homeoffice trägt dazu einen Teil bei. Wenn ich von zuhause aus arbeiten kann, muss ich nicht in der Stadt wohnen." Seine Vermutung: Der Trend zur Stadtflucht hält an, weil das Arbeiten von den eigenen vier Wänden aus in den kommenden Jahren an Attraktivität gewinnen wird.

"Die Menschen entdecken die Vorzüge des ländlichen Raums. Das sind beispielsweise die Hort- und Betreuungsplätze, das günstigere Bauland aber auch die Schulen." Bei diesen Punkten müsse die Kommune weiter "dran bleiben", meint der Burkardrother Rathauschef. Bei der Mittelschule in Burkardroth sei dies bereits geschehen. Sie befindet sich auf einem zeitgemäßen und zukunftsfähigen Stand. 109 Schüler werden dort aktuell unterrichtet. Die Grundschulen besuchen 261 Kinder - 157 in der Premicher und 104 in der Lauterer Schule.

Dennoch herrsche Handlungsbedarf. Vor der Tür stehen die Arbeiten am Schülerhort in Lauter, ein Ersatzneubau des Kindergartens in Gefäll sowie ein Teilabriss und Erweiterungsbau des Kindergartens in Burkardroth.

Nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Das ist notwendig, denn die Kindergarten- und Hortplätze sind begehrt. In den sieben Kitas sind derzeit 342 Kinder untergebracht. 100 davon besuchen die Krippen, 242 sind Regelkinder und 84 Grundschüler werden Nachmittags in den Horten betreut.

Außerdem zeigen die Geburtszahlen, dass Bedarf herrscht. 2020 standen 62 Sterbefällen 67 Geburten gegenüber. "Ich bin froh darüber, dass wir mal wieder ein Plus haben", sagt Wehner. Diesen Trend gelte es nun fortzuführen.

Dabei will der Bürgermeister insbesondere mit der Versorgung der Kommune punkten. "Wir sind, was die Infrastruktur angeht, schon recht gut aufgestellt", äußert sich das Burkardrother Ortsoberhaupt. Ärzte, Pflegeheime und Einkaufsmöglichkeiten im direkten Umfeld würden locken.

Dennoch gelte es, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. "Die Leute reden und sehen: Da geht was", meint Wehner. "Eins zieht das Andere nach sich. Kommen Menschen, wächst auch die Infrastruktur im Markt Burkardroth." Einen infrastrukturellen Lichtblick sieht der Bürgermeister derzeit im Bereich der Gastronomie: "Wir kriegen eventuell bald einen Dönerladen nach Burkardroth."