Auch wenn mittlerweile erste Lockerungen des Corona-Lockdown umgesetzt wurden, sind massive betriebliche Auswirkungen quer durch alle Branchen und Größenklassen weiter spürbar. Das wird aus den Trendergebnissen der gegenwärtig laufenden repräsentativen Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Coburg deutlich.

Die befragten Unternehmen hatten laut Pressemitteilung Gelegenheit, insbesondere individuelle Einschätzungen zu den Auswirkungen von Corona auf die Geschäftstätigkeit aktuell und in naher Zukunft abzugeben. "Aus den Ergebnissen leitet sich klar ab, dass die wirtschaftlichen Folgen verursacht durch Umsatzeinbrüche, Abbruch von Lieferketten, Störung der Vertriebs- und Logistikaktivitäten dramatische Formen angenommen haben. Zudem steigt die Unsicherheit darüber, wie lange die staatlichen Anordnungen noch andauern und in welcher Art und Weise der Weg zurück zur Normalität geplant ist. Denn Planungen sind die wichtigste Grundlage des Wirtschaftens. Dafür brauchen wir einen zuverlässigen Rahmen", resümiert IHK-Präsident Friedrich Herdan.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres leidet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Viertel der Befragten bereits jetzt unter Umsatzrückgängen von 50 Prozent und darüber. Ein weiteres Fünftel berichtet von einem Rückgang zwischen 25 und 50 Prozent.

Über das gesamte Jahr hinweg rechnen die befragten Unternehmen mit einem Umsatzrückgang zwischen 10 und 25 Prozent gegenüber 2019.

Als Hauptgründe werden genannt (gewichtet) mit 68,8 Prozent der Einbruch bei neuen Aufträgen, Stornierung bereits bestehender Aufträge (48,8 Prozent) und Unterbrechung von Absatzwegen (45 Prozent) und Lieferketten (25 Prozent), 13 Prozent sehen ihre Lage als "existenzbedrohend".

Drei Viertel der Coburger Betriebe haben staatliche Unterstützung beantragt, 74,5 Prozent der Anträge wurden bewilligt. Beantragt wurden Kurzarbeit (91,1 Prozent), Soforthilfen (57,1 Prozent), sowie die Stundung von Steuern und Abgaben (51,8 Prozent). In rund der Hälfte der Betriebe sind mehr als 75 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit. red