Die Grünen im Wahlkreis 237 Bayreuth/Forchheim haben mit Susanne Bauer ihre Direktkandidatin zur Bundestagswahl gewählt.

Am Freitagabend kamen die Grünen aus Bayreuth-Stadt und -Land sowie einiger Gemeinden um Gräfenberg zusammen, um über die Direktkandidatur zu entscheiden. Es hatte sich vorab abgezeichnet, dass es ein spannender Abend mit mehreren Bewerbungen werden würde. Es traten an: Susanne Bauer aus Pegnitz, die als Sprecherin der Grünen Bayreuth-Land und Oberfranken sowie als Mandatsträgerin im Kreistag und im Pegnitzer Stadtrat nominiert werden wollte, und Bastian Raithel aus Bayreuth, Mitglied des Grünen Kreisvorstands.

Mit 40 der 60 gültigen Stimmen entschieden sich die Grünen für die Bauer. Die 43-jährige Mutter von zwei Söhnen sprach sich dafür aus, die drängenden Herausforderungen der Zeit zusammenzudenken, Klima, Wirtschaft und Soziales in Einklang zu bringen - einfache Lösungen gebe es da nicht. "Es ist unsere Entscheidung, ob wir uns vor sozialen Fragen wegducken oder ob wir endlich handeln." Bauer warnte davor, im Stillstand zu verharren, wie beim Pflegenotstand, der auch ohne Corona schon dramatisch genug gewesen sei: Die GroKo habe es sehenden Auges versäumt, Pflegeberufe aufzuwerten - trotz des zu erwartenden wachsenden Bedarfs aufgrund des demografischen Wandels - und das mache Menschen Angst, auch in Bayreuth, Pegnitz und Forchheim. Eindringlich bleibt die Sozialarbeiterin mit 20 Jahren Berufserfahrung in der Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Sucht und in Wohnungs- und Obdachlosigkeit bei den "Lücken im System": Ihr seien prekäre Lebensverhältnisse und die besonders ausgeprägte Altersarmut bei Frauen, aber auch die generationenübergreifenden Folgen und Folgekosten mangelnder Teilhabemöglichkeiten und fehlender Integration bitterlich vertraut. red