13 Jugendliche aus der Pfarrei Steinwiesen, der Kuratie Nurn, aus Birnbaum und Nordhalben erhielten am Tag ihrer Firmung in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariae Geburt in Steinwiesen die Gnaden und die Fülle des Heiligen Geistes. So formulierte es Pfarrer Richard Reis, als er den "Firmspender" Weihbischof Herwig Gössl und die Firmlinge mit ihren Paten und Familien begrüßte. Gössl freute sich darüber, endlich wieder firmen zu können. Leider mussten in der Corona-Zeit zahlreiche Termine abgesagt oder verschoben werden. Doch nun war es so weit, der Geist Gottes, um den sie lange gebetet und gefleht hatten, kam an ihrem Firmtag auf sie herab.

Überaus lange Vorbereitung

Seit Wochen und Monaten hatten sich die 13 Jugendlichen zusammen mit Pastoralreferent Harald Ulbrich darauf vorbereitet, die Kraft des Heiligen Geistes im Sakrament der Heiligen Firmung zu empfangen.

In seiner Predigt verglich Gössl die Firmlinge mit Superhelden. Im Alltag sind dies ganz normale Menschen, aber sie haben meist eine verborgene magische Seite. Ihre Kräfte setzen sie für das Gute ein und vertreiben das Böse. Solange es Menschen gibt, solange gibt es auch die Sehnsucht und die Geschichten um die Superhelden. "Wie schön wäre es, sie auch in echt zu haben, wenn wir bösen Mächten ausgesetzt sind", meinte Gössl.

Gerade in dieser schwierigen Zeit der Pandemie kommt alles durcheinander, fühlt man sich schwach und in Gefahr. Wie durch eine unheimliche Macht ist alles lahmgelegt. Da wären Superhelden schon sehr hilfreich, denn das Leben bleibt zerbrechlich, auch wenn diese Krise überwunden wird.

Der Heilige Geist verleiht keine magischen und übermenschlichen Kräfte, aber er schenkt Kraft und Durchhaltevermögen in schwerer Zeit, er gibt den Schwachen Mut und hilft bei der Vergebung und der Versöhnung. "Wenn wir immer auf Christus schauen, dann wirkt sein Geist in uns", sagte der Weihbischof.

Das Sakrament der Firmung wurde in diesem Jahr etwas anders begangen. Ganz im Zeichen der Hygienemaßnahmen traten die Jugendlichen einzeln mit ihrem Paten vor den Weihbischof, der jedem Firmling mit einem Wattebausch das Chrisam-Öl als Kreuzzeichen auf die Stirn drückte. "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist" - so seine Worte.

Lesung und Fürbitten trugen die Firmlinge vor. Sie baten Gott, dass er die Geistesgaben in ihnen weiterwachsen und reifen lassen soll, für ihre Familien und Paten, für alle, die durch die Coronakrise betroffen sind, für die Kranken und Sterbenden und für alle Hunger- und Notleidenden, deren Not durch Flucht und das Virus noch verstärkt wurden. Außerdem baten sie Gott um weniger Rassismus und mehr Frieden auf der Welt, beteten für die Leidtragenden des menschengemachten Klimawandels und um eine gute Zukunft für ihre Freunde, Familien, Gemeinden, das Land und die ganze Erde.

Am Ende dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Klaus Wunder Weihbischof Gössl mit einem Geschenk. Auch die Firmlinge hatten sich eine Überraschung ausgedacht und überreichten an Gössl ein kleines Tannenbäumchen, das gepflanzt immer an die Steinwiesener Firmlinge erinnern soll. sd