von unserer Mitarbeiterin Lisa Kieslinger

Ebensfeld — Halloween zu feiern wurde in den letzten Jahren auch bei uns in Deutschland immer mehr zum Trend. Kinder ziehen verkleidet von Haus zu Haus und bitten um Süßes. Wenn sie nichts bekommen, rächen sie sich mit Streichen. Auch das Kürbis-Schnitzen für die Halloween-Nacht macht gerade den Kindern viel Spaß.
Die Jugendgruppe des Gartenbauvereins in Döringstadt schnitzte für die Halloween-Nacht Fratzen in ihre teilweise selbstangebauten Kürbisse. 20 Kinder verschiedenster Altersgruppen brachten ihre Kürbisse in den Feuerwehrschulungsraum und machten sie halloweentauglich. "Bei Kindern unter acht Jahre war es uns besonders wichtig, dass ein Elternteil dabei ist. Das Schnitzen ist ja nicht gerade ungefährlich und zu zweit können wir nicht auf alle ein Auge haben", erzählt Heike Sommer, Jugendgruppenleiterin der Döringstadter Turmfalken.
Den Kindern war es besonders wichtig, dass ihre Kürbisse am Ende gruselig aussehen. Die Geister sollen in der Halloween-Nacht schließlich auch Angst davor haben. Als alle Kürbisse fertig waren, sind die Lichter zusammen angezündet worden. Danach gab es zur Stärkung eine Herbstsuppe. Passend zur Aktion natürlich aus Kürbissen. "Vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in Lichtenfels bekommen wir pro Kind, das hier mit macht, einen Euro. Das ist gut. Man hat ja schließlich immer Kosten, die gedeckt werden müssen", berichtet Heike Sommer. Sie und ihre Kollegin Nadine Tremel machen das Kürbis-Schnitzen jetzt schon das dritte Jahr hintereinander. "Wir haben gedacht, wir probieren das mit den Kürbissen mal aus. Und dann wollten die Kinder das jedes Jahr machen", erzählt Heike Sommer. Woher der Brauch jedoch kommt, wissen die Kinder nicht.
Der Brauch Kürbisse aufzustellen stammt aus Irland. Dort lebte einer Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Dieser fing durch eine List den Teufel ein und wollte ihn nur freilassen, wenn der er ihm nicht mehr in die Quere kommen würde. Nach Jacks Tod kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch in die Hölle durfte er nicht, da er den Teufel betrogen hatte. Der Teufel erbarmte sich und schenkte Jack eine Rübe und glühende Kohlen, damit er sich im Dunkeln zurecht finden kann. Der Ursprung des Kürbisses war demnach eine beleuchtete Rübe. Da in den USA jedoch Kürbisse in großen Mengen vorhanden waren, höhlte man statt Rüben Kürbisse aus.

Geschichte von Halloween

Viele fragen sich, wie es überhaupt in den letzten Jahren zu diesem Event namens "Halloween" gekommen ist. Das Wort Halloween kommt ursprünglich von der Bezeichnung "All Hallows` Eve". Übersetzt ist es einfach der Tag vor Allerheiligen. Im alten England glaubten die Kelten schon vor über 2 000 Jahren daran, dass die Seelen der Verstorbenen in der Nacht vom 31. Oktober als Geister auf die Erde zurückkehren. Ursprünglich feierte man Halloween nur in den katholischen Gebieten in England, vor allem aber in Irland. Im 19. Jahrhundert nahmen zahlreiche irische Auswanderer dieses Fest mit in die USA. Dort feiert man Halloween heutzutage besonders ausgelassen. Neben dem Umherziehen von Tür zu Tür haben wir uns in Deutschland auch den Brauch des Kürbis-Schnitzens abgeschaut.

Kritik

Neben vielen Halloween-Fans gibt es natürlich auch einige Kritiker. Besonders alte Bräuche, wie das Martinssingen, werden durch solche neumodischen Erscheinungen, immer mehr verdrängt. Zudem gehört Allerheiligen in Bayern zu den sogenannten stillen Feiertagen. Halloween wird heutzutage von vielen Veranstaltern aufgegriffen und zum Thema einer Party gemacht. Das katholische Fest Allerheiligen wird dadurch eher in den Hintergrund gedrängt. Besonders die in den letzten Jahren immer extremer werdenden Streiche werden beklagt: Vandalismus durch Hausschmierereien oder Eierwürfe führen in dieser Nacht zu vermehrten Polizeieinsätzen.
Deswegen lieber auf lustige harmlose Streiche zurückgreifen und kreativ verkleiden. Dann sind die Leute Halloween gegenüber etwas offener und geben an der Tür mehr Süßigkeiten.