Die SPD-Stadtratsfraktion will Loewe und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Kronach erhalten und dem Unternehmen, das am bestehenden Standort investieren und ihn modernisieren will, gleichzeitig eine Entwicklungsperspektive in der Stadt bieten. Das teilte die Kronacher SPD am Donnerstag mit.

Loewe hat bei der Stadt sein Interesse an einem Kauf des Geländes signalisiert, um in den Standort und die Gebäude zu investieren. Hier ist eine Summe von über 20 Millionen Euro im Gespräch. Gleichzeitig gebe es in der Stadt Bedenken, sofort das gesamte Gelände aus der Hand zu geben und damit faktisch kaum mehr eine Einflussmöglichkeit zu haben.

Gelände schrittweise verkaufen

Als Lösung für dieses Dilemma schlägt die SPD-Fraktion einen Stufenplan vor. Dieser sieht einen schrittweisen Verkauf des Geländes an Loewe beziehungsweise Aslan Khabliev vor - je nach Umfang und Fortschritt der getätigten Investitionen. So könne die Firma in moderne Gebäude investieren und gleichzeitig behielte die Stadt einen Teil des Geländes und damit Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten.

Der Stufenplan der SPD sieht vor, zunächst den Gebäudeteil rechts von der Pforte an Loewe zu veräußern, weil hier als erster Schritt ein neues Entwicklungs- und Verwaltungsgebäude entstehen soll sowie sich anschließend Fertigungs- und Logistikbereich befinden. Damit erhalte Loewe einen eigenen, voll funktionsfähigen Standort. Für die bestehenden Mieter dort sollen Schutzklauseln mit aufgenommen werden.

Hotelbau im Gespräch

Damit behalte die Stadt zunächst das Entwicklungs- und Verwaltungszentrum links von der Pforte, wo aktuell auch viele Mieter wie die Sabel Fachoberschule, die Hochschule Coburg, der TV-Anbieter Hisense und weitere Firmen untergebracht sind. Finden die Investitionen von Loewe wie geplant statt, könne man anschließend weitere Projekte wie den Hotelbau, der ebenfalls im Gespräch ist, angehen.

"Da es in der heutigen Zeit nicht einfach ist, Investoren für eine Region zu gewinnen, sollten wir das auch als Glücksfall und Chance für Kronach sehen. Ohne Herrn Khabliev gäbe es Loewe und die jetzt schon wieder über 100 Arbeitsplätze in Kronach vielleicht gar nicht mehr", begründet SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Völkl den Vorstoß der SPD, der Firma die Realisierung ihrer Pläne und den Verbleib in Kronach zu ermöglichen und gleichzeitig die Interessen der Stadt und vorhandenen Mieter zu wahren. red