Das eine nicht ohne das andere: Der Ausbau der ICE-Trasse und die Südanbindung des Gewerbegebietes sind untrennbar miteinander verwoben. Um ein Baurecht für die örtliche Strukturverbesserung zu erwirken - und die Deutsche Bahn zur Kostenbeteiligung zu bewegen - wird beim Brücken- und Kreisverkehrs-Thema nach wie vor ein zähes Planungsverfahren durchlaufen.

Aktualisierung: Nach der ersten Beteiligungsrunde der Öffentlichkeit im Sommer und nach Korrektur hinsichtlich Einwänden von Behörden und Betroffenen im Herbst war der Gesamt-Entwurf eigentlich abgesegnet. Allerdings muss die Gemeindeverwaltung im Nachgang doch noch eine Kleinigkeit ergänzen: Obwohl von Strullendorf kommende Radler ohnehin zum Radweg am Kanal geleitet werden, soll der Kreisverkehr jetzt laut Vorgabe des staatlichen Bauamtes eine Extra-Rad-Spur bekommen. Diese Modifizierung hat der Gemeinderat kürzlich dem Planer in Auftrag gegeben und billigte nun dessen Neu-Entwurf. Die ergänzte Skizze liegt der Behörde zur Prüfung vor.

Zeegendorf

Die Diskussionen um den Zeegendorfer Weidengraben starteten schon im September 2017. Vor zwei Jahren gab es in der Gemeinde eine Anfrage einer Erbengemeinschaft zur Bebauung eines uralten Bebauungsplanes, der schon seit 1969 existiert und nicht mehr als zeitgemäß gilt. Weg von Visionen rund um Badeteich, Hotel, Pension und Einkaufsmarkt, wünscht sich die Zeegendorfer Interessen-Gemeinschaft eher private Nutzung für private Bauvorhaben.

Im Januar 2018 wurde daraufhin zunächst beschlossen, den Plan zu ändern und zu verkleinern. Gerade aber der Aspekt der Reduzierung des Areals macht aufgrund der inzwischen entwickelten Pflanzen und Tierwelt aber auch eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung notwendig. Nach vielen Disputen mit Anwohnern, nach einer Bau-Bedarfsanfrage und nach Rücksprache mit dem Landratsamt und der Naturschutzbehörde ist deswegen jetzt - mit zwei Gegenstimmen - erstmal "Aufhebung vor dem Hintergrund der Reduzierung des Flächenverbrauchs" beschlossen. Und damit ein Verfahren einzuleiten: Als nächsten Schritt muss die Gemeindeverwaltung nun die Umweltprüfung in Auftrag geben und diesbezüglich Angebote einholen.

Geisfeld

Auch in Geisfeld gab es 2018 einen Antragsteller zum Thema Bauvorhaben. Laut einer vorgelegten Skizze ging es damals um Realisierung von drei Baugrundstücken am nordöstlichen Ortsrand. Eine Grenzüberschreitung, wie es sich schnell herausstellte: Nur eine Teilfläche befand sich damals im Bereich des rechtsverbindlichen Bebauungsplans - allerdings noch ohne Baurecht. Deswegen - und weil das dritte beantragte Baugrundstück in den Außenbereich hineinreichen würde und an der Grenze des Landschaftsschutzgebietes Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst endet - entschied sich der Gemeinderat für eine sanfte Lösung und beschloss einstimmig nur die "Schaffung eines Baufeldes bis zu einem imaginären Ortsrand". Diese sogenannte rote Linie war schon mal früher vom Bauamt als landschaftlich logische Dorfgrenze empfohlen worden.

In der aktuellen Sitzung Ende November wurde nun die konkrete Bebauungsplanänderung rund um die diskutierten Flurnummern vorgelegt. Laut aktuellem Beschluss soll es nun definitiv keine Möglichkeit für mehrere Wohneinheiten oder Privatstraßen geben: Verwirklicht werden darf jetzt nur ein Objekt diesseits der roten Linie - zu befahren nur über eine schmale Zufahrt.

Die Kosten der Bebauungsplanänderung muss übrigens der Antragsteller und Grundstückseigentümer tragen.