Coburg — Die HUK-Coburg-Arena soll mehr Geld einbringen: Mit diesem Ziel stellten die Stadtratsmitglieder Friedrich Herdan und Thomas Bittorf (CSU) einen Antrag, die Stadtverwaltung möge das Nutzungskonzept der Halle überprüfen. Diesen Antrag hat der Stadtrat in den Geschäftsgang verwiesen. Diskutiert wird er trotzdem noch: Jürgen Heeb, sowohl Vorsitzender der Wählergemeinschaft Pro Coburg (WPC) und des Sportverbands Coburg, hatte sich gegen eine Nutzungsänderung ausgesprochen. Sie sei nur mit hohen Kosten machbar und gehe zu Lasten des Sports.
Einige von Heebs Einlassungen will Thomas Bittorf aber nicht so stehen lassen. So hatte Heeb gesagt, dass die Abschreibungen nur pro forma erfolgen, weil ja die Halle durch einen externen Dienstleister so instand gehalten werde, dass sie nach 15 Jahren quasi neuwertig sei. Stimmt nicht, sagt Bittorf: Es gehe lediglich um "Wartung, Inspektion und Instandhaltung" , nicht aber um "Modernisierung". "Die Halle muss im Jahr 2027 im funktionstüchtigem, aber nicht in modernisiertem Zustand zurückgegeben werden." Im Übrigen müsse die Stadt allein aus Gründen des Bilanzrechts die Abschreibungen ausweisen. Sie machen mit rund 410 000 Euro pro Jahr einen großen Teil des Defizits aus, das fürs Jahr 2014 bei 670 000 Euro liegen dürfte.

19 Wochenenden spielfrei

Bittorf widerspricht auch Heebs Behauptung, die Arena sei ausgelastet: An 24 Wochenenden hätten gar keine Spieltage von Volleyballern, Handballern oder Basketball stattgefunden. Selbst, wenn man alle anderen Veranstaltungen einrechne, bleiben laut Bittorf "genügend freie Tage und Wochenenden, die man in der Arena für anderweitige, nichtsportliche Zwecke nutzen könnte".
Überdies habe auch der Rechnungsprüfungsausschuss des Stadtrats empfohlen, das Nutzungskonzept zu überdenken, schreibt Bittorf: Demnach solle eine Kosten- und Leistungsrechnung eingeführt und die Möglichkeit einer privaten Betreibergesellschaft erwogen werden. Die Arena wird derzeit vom städtischen Sportamt als "Betrieb gewerblicher Art" geführt. Auch sollten laut Rechnungsprüfungsausschuss die Mietpreise "mit dem Ziel eines höheren Kostendeckungsgrades" neu kalkuliert werden. 2013 hätten die Erlöse aus Vermietungen nicht einmal gereicht, um Hausmeister und Reinigung zu bezahlen, stellt Bittorf fest.
Ihm gehe es darum, die Nutzung der Halle zu erweitern, "sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine professionelle Vermarktung ist notwendig", schreibt er. Heeb, der offenbar in einem Interessenkonflikt stecke, hätte die Diskussion im Stadtrat führen sollen, anstatt "nun im Nachhinein populistische und falsche Behauptungen aufzustellen und zu versuchen, die Antragsteller zu diskreditieren, was eigentlich sonst nicht seine Art ist". sb