Die Mitteilung des Amtsgerichts Coburg ist nur wenige Zeilen lang: "Das Amtsgericht Coburg hat das Verfahren gegen Michael Stoschek wegen des Vorwurfs der Urkundenfälschung und des Kennzeichenmissbrauchs in zwei tatmehrheitlichen Fällen durch Beschluss vom 28. Dezember 2015 endgültig eingestellt, nachdem der Angeklagte die festgesetzten Auflagen und Weisungen vollständig und rechtzeitig erfüllt hatte."
Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Brose Fahrzeugteile, war angeklagt, weil er einen Porsche mit Klebekennzeichen gefahren hatte. Das Klebekennzeichen ist kleiner als ein amtliches, und es war nicht nur das Kennzeichen kopiert, sondern auch der Zulassungsstempel.
Stoschek erhielt einen Strafbefehl über 1,65 Millionen Euro (50 Tagessätze zu 30 000 Euro), wollte das aber nicht akzeptieren, da er sich zu Unrecht verfolgt sah - solche Kennzeichen gebe es häufig und sie würden nicht beanstandet. Bei der Gerichtsverhandlung im November akzeptierte Stoschek schließlich eine Geldauflage in Höhe von 150 000 Euro. Bis zum Jahresende musste er 100 000 Euro an die Welthungerhilfe zahlen und 50 000 Euro an einen Gefangenenhilfsverein.
Nachdem beide Organisationen dem Amtsgericht bestätigt hatten, dass die Zahlungen eingegangen sind, konnte das Verfahren eingestellt werden. sb