Die Großgemeinde Stockheim hat drei neue Feldgeschworene. Bürgermeister Rainer Detsch nahm im Beisein des Vorsitzenden der Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach, Baptist Vetter, die Vereidigung von Dietmar Renk (Stockheim), Reinhard Berberich (Wolfersdorf) sowie Manfred Müller (Haßlach/Kr.) vor.

Die Leistung der Feldgeschworenen sei für den Staat und seine Bürger unverzichtbar. 26 000 "Siebener" in Bayern seien dafür der beste Beweis, so Bürgermeister Detsch. "Die Feldgeschworenen vor Ort genießen das Vertrauen ihrer Mitbürger und kennen die Eigentums- und Grenzverhältnisse in ihrer Heimat. Trotz genauester Technik, insbesondere im Digitalbereich, brauchen wir sie auch künftig zur Eigentumssicherung. Vor allem leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Grenzfrieden und zu einem gutnachbarlichen Auskommen." Daran habe sich über die Jahrhunderte bis heute nichts geändert, betonte der Bürgermeister, der den drei Feldgeschworenen für ihre zukünftige Tätigkeit ein gutes Gelingen wünschte.

Wir haben nun wieder drei neue "Siebener" im Kreise der über 500 Feldgeschworenen, die künftig im Landkreis Kronach tätig sind, stellte erfreut Vorsitzender Baptist Vetter fest. Schließlich sei das Ehrenamt der Feldgeschworenen eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern.

Die Landesherren oder reichsfreien Städte erließen Siebenerordnungen, deren älteste in Bayern aus dem Jahre 1306 datiert. Bei der Entwicklung des Bayerischen Kataster- und Vermessungswesens hatten die Feldgeschworenen ihren festen Platz. Sie fungierten neben und mit den staatlichen Vermessungsstellen im kommunalen Ehrenamt. Gemäß Artikel 11 des Bayerischen Abmarkungsgesetzes aus dem Jahre 1981 seien für jede Gemeinde vier bis sieben Feldgeschworene zu bestellen. Die Einrichtung der Feldgeschworenen sei vor allem bürgernah, unterstrich Baptist Vetter die Notwendigkeit dieses Ehrenamtes.

Mittlerweile gebe es das Ehrenamt der Feldgeschworenen nur noch in Bayern. Schließlich seien auch über einhundert Frauen vereidigt worden. "Wir hüten über 80 Millionen Grenzzeichen und wirken jährlich bei rund 250 000 Abmarkungen im Freistaat Bayern mit." Unter dem Titel "Feldgeschworenenwesen in Bayern" sei im November 2016 die Eintragung in das Bayerische Landesverzeichnis und im Dezember 2016 die Eintragung in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes erfolgt, betonte der Vorsitzende.

Bei allem Mystischen, das die Zahl Sieben und das Siebenergeheimnis umgibt, erklärte Vetter, seien die Feldgeschworenen kein Geheimbund, sondern eine Einrichtung, die gewissen Rechtsnormen unterworfen ist. So stehe der Feldgeschworene den Bürgern bei allen Grundstücks- und Grenzfragen mit Rat und Tat zur Verfügung. Vorsitzender Vetter abschließend: "Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet arbeiten wir natürlich eng mit den Vermessungsbeamten des ADBV (Vermessungsamt) Kulmbach/Kronach zusammen." Abschließend lud Vetter die Feldgeschworenen zur oberfränkischen Feldgeschworenentagung am 13. Juni nach Zettlitz ein. Auch gab stellvertretender Vorsitzender Georg Pabstmann bekannt, dass eine Dreitagesfahrt vom 5. bis 7. Juli in den Harz geplant sei. gf