Schweigend sitzen sie da. 110 ordnungsgemäß Maske tragende Konzertbesucher füllen den Saal der Bayrischen Musikakademie in Hammelburg - knapp eineinhalb Stunden Musikgenuss zwischen Gregorianik und Pop erwartend. Mit einem Mal streben ruhig und bedächtig vom Eingang her und durch den Mittelgang schreitend die in Mönchskutten gehüllten Sänger der "The Gregorian Voices". Sie singen "Puer natus est nobis" und tragen dabei entflammte Kerzen. Die acht Sänger, die alle aus dem ukrainischen Lwiw (Lemberg) kommen und an der Musikalischen Akademie Lemberg studierten, stellen die Kerzen auf dem Bühnenrand ab und formieren sich von rechts nach links: Zwei Bassstimmen, zwei Baritonstimmen, zwei Zweittenöre und zwei Tenöre. Eine ruhige und fast sakrale Stimmung erfüllt bereits jetzt den Raum. Ton für Ton kann der Stress des Alltags abfallen, innere Stille einkehren.

Die Sänger nehmen ihre Zuhörer mittels ihrer Choräle gekonnt mit, schlagen einen weiten Bogen mit ihrem gregorianischen und klassischen Repertoire und begeistern mit ihrem Vortrag von Kyrie eleison, Ave Maria Virgo Serena, Salve Regina, O sacrum, Regina Coeli, Cantata Domino und vielen weiteren.

Im zweiten Teil des Konzertes reist der Chor eine weite Strecke in der Musikgeschichte - weg von der Gregorianik hin zu neuzeitlicher Popmusik. Hier begeistern sie die Zuhörer gesanglich - teilweise unter der Begleitung einer Querflöte oder Melodica, - die unter anderem nach Cohens "Hallelujah", "Sound of Silence", Sinatras "My Way", Lionel Richies "Hello" und Rod Stewart "I am sailing" immer enthusiastischer applaudieren.

Sting zum Schluss

Nach intensivem Abschlussapplaus schenken "The Gregorian Voices" ihrem Hammelburger Publikum mit "Thank you for the music" und Stings "Fields of Gold" noch zwei schöne Betthupferl.

Gemeinsam mit ihrem Tour-Manager Stefan Nick wird das Ensemble, das aus insgesamt 20 Sängern besteht, von denen acht immer auf Tour sind, diese in vielen weiteren Städten fortsetzen. Vor Corona waren sie auch viel im Ausland unterwegs, in Frankreich, Belgien, Luxemburg und anderen Ländern. Die aktuelle Tour, die das fast täglich auftretende Oktett nach Hammelburg führte, ist sogar die zehnjährige Jubiläumstour, die im Juli in Berlin startete und - so möglich - bis Anfang Juni 2022 andauern wird. Neben Auftritten in Deutschland sind ab Januar 2022 auch Konzerte in der Schweiz geplant - ein straffes Programm. "Wir haben alle Termine umgelegt", erklärt Tour-Manager Nick, "von 2020/21 auf 2021/22. Die Sänger werden alle sechs Wochen ausgewechselt", informiert Nick.

Bei diesem Oktett ist es spürbar, dass Musik ihre Leidenschaft und Profession ist. So bescherten die Sänger, die zwischen 25 und 55 Jahre alt sind, mit ihrem Gesang ein wunderbares Abendkonzert.