von unserem Mitarbeiter Christian Ziegler

Stettfeld — Die Skepsis der Stettfelder ist deutlich: Mit 3:9 Stimmen lehnte der Stettfelder Gemeinderat in der letzten Sitzung des Jahres eine Beteiligung am Windpark Sailershäuser Wald ab. Mit 4:8 stimmte man auch gegen eine Beteiligung an der Bürgerenergiegenossenschaft.
In der Novembersitzung war eine Entscheidung vertagt worden, da den Räten die Zahlenlage zu ungenau war. Bei einem Gespräch waren die Zahlen nun erläutert worden. "Uns sind die Zahlen erklärt worden, die wir in der letzten Gemeinderatssitzung hatten. Nach längerer Diskussion sind uns dann andere Zahlen erklärt worden", so Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU). Die vorgelegte Wirtschaftlichkeitsrechnung sei so weit in Ordnung gewesen. "Nach dem vorgelegten Zahlenwerk kann man da investieren. Aber eines ist klar, wenn jemand was verkaufen will, wird er sich kaum eine Negativrechnung schreiben", urteilte Hartlieb.
"Mein Problem ist, dass das Ganze mit 2100 Volllaststunden gerechnet ist. An der Küste erreichen die Räder 3100 Volllaststunden, im Binnenland zwischen 1300 und 1350." Der Wert von 2100 Stunden ergebe sich rechnerisch durch den Einsatz technisch neuester Windräder, die bei Schwachwind funktionieren. Nach Erfahrungswerten hatte Nicole Meyer gesucht, doch "die bauen dieses Windrad erst seit Juni dieses Jahres."
Johann Müller hingegen verwies auf die Überlandzentrale Lülsfeld: "Das ist ein Unternehmen, die Erfahrung damit haben, und die haben ihre geplante Investitionssumme verdreifacht." Für Müller und Walfried Spath ist es eine Zukunftsinvestition, "nur eines sollte nicht sein, dass sich Bürger oder Investoren, die sich im Nachrang beteiligen, das größte Risiko tragen". Die Energiewende sei eine gesellschaftliche Aufgabe. Allerdings handle es sich bei den Berechnungen um Planzahlen.
Nicole Meyer sah das Risiko der Nachschusspflicht als Kommanditist. "Das ist etwas völlig Unkontrollierbares." "Da wäre unser Geld in den Sand gesetzt", fand Doris Simon und sprach eine anstehende Pflichtaufgabe der Gemeinde an: "Es wäre sinnvoller, das Geld in den Kanal zu stecken und damit unsere Bürger zu entlasten."

Weniger Holz gemacht

Forstrat Klaus Schulz gab einen Überblick über den Stand des Gemeindewalds. Dieser steht sehr gut da. Der 20-jährige Forstbewirtschaftungsplan stand heuer zur Revision. In Stettfeld wurde der Nutzungssatz von 3700 Festmetern bei Weitem nicht erreicht. "Wir haben im Durchschnitt 900 Festmeter pro Jahr weniger eingeschlagen." Ihm sei es wichtig gewesen, ob dies für das Forstamt in Ordnung sei: "Wir haben den Wald pflegemäßig nicht verschlechtert, indem wir weniger Holz gemacht haben", betonte Schulz. Vor allem in den alten Beständen sei weniger Holz gemacht worden, da hier die Verjüngung Ziel ist. "In der Endnutzung und in der Durchforstung haben wir die Vorgaben erfüllt." Und so gab auch das Forstamt seinen Segen.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Hiebesatz für den Holzeinschlag zu reduzieren. Dieser liegt ab sofort bei sechs Festmetern pro Hektar, 2,7 Festmeter weniger als bisher (Gesamteinschlag 2700 Festmeter). Gegen den Wildverbiss müssen die jungen Bäume geschützt werden. Dies könne sowohl durch Einzelschutz oder über Zäune geschehen.
Siegfried Wilhelm wollte wissen, ob sich die Einzäunung von Gebieten auf die Zertifizierung auswirke. Schulz gab zu: "Es wird natürlich beanstandet und muss begründet werden. Wir haben in Stettfeld sehr seltene Baumarten wie die Tanne in den Zäunen."
Einstimmig beschloss der Rat den Jahresbetriebsplan 2015, der Holzeinschlag im Bereich Rödergraben, Schweinskopf und Bärenheide sowie Pflegemaßnahmen im Bereich des Sommerrangens und des Röderschlags vorsieht.
Für die Neugestaltung des Dorfsees liegt jetzt ein Plan vor. Er wird am Dienstag, 6. Januar, mit den Ortsvereinen besprochen. Anschließend wird er in der Bürgerversammlung vorgestellt. Wenn beschlossen wird, dass die Maßnahme in Angriff genommen wird, sei es sinnvoll, den Tüv mit ins Boot zu nehmen, betonte Hartlieb. Der neue Entwurf sieht nun nämlich einen Spielplatzbereich vor, für den ein sicherheitstechnisches Gutachten sinnvoll ist.