Auf ein bewegtes Leben blickt Konrad Haller zurück, der jetzt bei guter Gesundheit sein 90. Wiegenfest feierte. In Dobenreuth geboren, erlernte er das Schmiedehandwerk. Im Zweiten Weltkrieg blieb ihm die Ostfront nicht erspart. 1944 kam er verwundet in die Heimat zurück. Die Amerikaner nahmen ihn "vorsorglich" 1945 bei Kriegsende nochmals mit. Nachdem seine Wehrunfähigkeit festgestellt war, durfte er im Sommer 1945 wieder nach Hause gehen. 1949 fand er eine Anstellung bei einem Großunternehmen in Nürnberg. Da hieß es, mit dem Fahrrad jeden Tag über schlechte Straßen zum Bahnhof Kersbach fahren, um dort den Zug zu besteigen. Vor seinem Ruhestand fand der Jubilar noch 20 Jahre in Forchheim eine Anstellung.
1952 heiratete er seine Dora, die für ihn von Taschendorf bei Baunach nach Dobenreuth zog. Zwei Söhne und drei Töchter fanden hier ein gutes zu Hause. 19 Enkel und 16 Urenkel vervollständigten das Familienglück. Die Landwirtschaft betrieb die Familie im Nebenerwerb. Sie bildete für den Jubilar eine tiefe Herzensangelegenheit. So ist für Konrad Haller die Dorfkultur eine Selbstverständlichkeit. Er gehört vielen Ortsvereinen an und übernahm dabei auch vielfach Verantwortung.
Über 30 Jahre versah er mit seiner Frau den Mesnerdienst in der Filialkirche "Heilige Familie" in Dobenreuth. Vor etwa 40 Jahren sei er in Abstimmung mit dem damaligen Pfarrer Franz Fiedler nach Kunreuth gegangen, weil man eine musikalische Begleitung für die katholischen Festtage brauchte. Er stieß dort auf offene Ohren. Ökumene in früher Form, nennt der Jubilar das heute. Mit Stolz zeigt Konrad Haller einen Brief, in dem ihm sein Freund, Studiendirektor Josef Hümmer zum Jubiläum gratuliert.
Unter den zahlreichen Gratulanten fanden sich auch Bürgermeister Reinhard Seeber und Vizelandrat Otto Siebenhaar. gal