"Wir haben es geschafft, uns als dritte Kraft im Stadtgebiet zu etablieren", sagte Vorsitzender Carsten Höllein bei der Nominierung der Stadtratskandidaten der SPD/offenen Liste Seßlach im Haus der Bäuerin in Dietersdorf. Überraschend war die Gruppierung 2014 mit drei Sitzen in den Seßlacher Stadtrat eingezogen. Ziel bleibe es, so der Vorsitzende, wieder in Fraktionsstärke im 16-köpfigen Stadtrat vertreten zu sein. Der Aufwärtstrend hat sich laut Höllein auch bei der Aufstellung der Liste fortgesetzt: 2014 war die Gruppe noch mit acht Bewerbern angetreten, dieses Mal sind es 13 - sieben Männer und sechs Frauen. Die Altersspanne der Kandidaten aus verschiedenen Stadtteilen reicht von 25 bis 63 Jahren. An der Spitze der Liste steht Carsten Höllein.

In seinen Ausführungen ging er auf die vergangenen fünf Jahre ein. "Es wäre bei einer besseren Zusammenarbeit mehr möglich gewesen", sagte Höllein und erinnerte an Anträge zu verschiedenen Themen wie die Schule in Gemünda, die ärztliche Versorgung, den Erhalt des Freibades in Autenhausen und das Schloss in Heilgersdorf. Höllein: "Der Stadtrat muss Antworten finden auf die Frage, wie wir in zehn oder 20 Jahren in der Stadt Seßlach leben wollen." Vor allem wegen der Digitalisierung verändere sich die Welt in einem rasanten Tempo. Neben der Erfüllung von Pflichtaufgaben bei der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung oder beim Erhalt von Gemeindehäusern gehe es immer wieder darum, wie die Infrastruktur im ländlichen Raum gesichert werden kann. Dazu gehört für ihn auch die Feuerwehr. In der Nachwuchsförderung seien die Wehren seit vielen Jahren erfolgreich.

Weitere Themen der SPD/offenen Liste waren ein besserer Anstellungsschlüssel in den Kitas, eine Neuaufstellung des Tourismus' in der Stadt mit gleichzeitigem Versuch, das Prädikat als staatlich anerkannter Erholungsort zu erreichen. Neue Wohnformen und Präventionsangebote für Senioren stehen ganz oben auf der Liste. Auch für Familien wollen die Stadtratskandidaten etwas tun: neu gestaltete Spielplätze oder ein Begrüßungsfest für Neubürger. "Wir dürfen nicht nur in Beton und Asphalt investieren." Klimaschutz sei auch eine kommunale Aufgabe: Der Ausbau des Radverkehrs, Verbesserung des ÖPNV, zum Beispiel über den Ausbau der Haltstelle in Dietersdorf, oder auch die Förderung von Nahwärmenetzen in den Stadtteilen sind wichtige Anliegen der Kandidaten.

Die anschließende Nominierung mit Vorstellung der Bewerber ging reibungslos über die Bühne. cahö