Eigentlich hätte das Konzert zum 170. Jubiläum der Kulmbacher Stadtkapelle schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen, aber da machte Corona noch einen Strich durch die Rechnung. "Jetzt ist es endlich so weit", freut sich der erste Vorstand Roland Jonak. Am kommenden Sonntag, 15. Mai, um 15 Uhr steht die Stadtkapelle unter der musikalischen Leitung von Thomas Besand auf der Naturbühne in Trebgast, um mit ihren Fans das Jubiläum gebührend nachzufeiern.

Die letzten Proben laufen auf Hochtouren, "wir sind ein Ensemble, das die Leute mitnehmen muss", motiviert Dirigent Besand seine Musikerinnen und Musiker. "Seit zwei Jahren standen wir nicht mehr auf der Bühne, das letzte Konzert war im März 2020, dann war erst einmal Schluss", erzählt Thomas Besand. Jedes Mal, wenn es Lockerungen in der Pandemie gab, habe man versucht, im kleineren Rahmen zu proben - sogar Open Air - , aber letztendlich sei es doch etwas ganz anderes, alle Aktiven wieder zusammenzubringen.

"Aktuell trauen sich auch noch nicht alle", sagt Besand, aber in Trebgast werden dennoch an die 40 Musiker auf der Bühne stehen. Seit über 31 Jahren ist er Dirigent der Stadtkapelle, und dank eines gewissen Grundrepertoires sei der Einstieg leichter gefallen als gedacht. "Wenn Menschen zwei Jahre lang fast gar nicht zusammenspielen, muss man den Zusammenklang wieder herstellen." Glück der Stadtkapelle sei es, so viele gute und motivierte Mitglieder zu haben. "Auf der Naturbühne werden wir daher auch einige Sachen spielen, die wir früher schon einmal im Repertoire hatten, allerdings manches ein bisschen anders als früher, Musik ist entwickelbar." Die Absicht von Thomas Besand ist: "Es muss nach dieser Zeit wieder Klang in die Welt gebracht werden."

So sieht es auch Max Schaller, der mit Trompete und Flügelhorn die Stadtkapelle bereichert. Er ist froh, endlich wieder gemeinsam proben und auf der Bühne stehen zu können. "Ein paar Musiker haben online versucht, miteinander zu spielen, aber da gab es in der Übertragung zu viele Verzerrungen", erzählt er. Er habe oft mit seinem Vater gespielt oder alleine, "einfach mal geübt, Töne auszuhalten." Überraschend für ihn war, dass es jetzt wieder so gut klang, "Musizieren ist doch irgendwie wie Fahrradfahren."

Am 15. Mai können sich die Zuschauer auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Von der "Lustspiel-Ouvertüre" über den "Spanischen Zigeunertanz", ein "George-Gershwin-Potpourri" bis hin zum beliebten "Mitternachtsblues" ist für jeden etwas dabei. Als Gastensemble hat man die bayerische Lehrer Big Band eingeladen. "Die Stadtkapelle bestreitet den ersten Teil bis zur Pause, danach übernimmt die Big Band", erklärt Thomas Besand. Wer sich das Jubiläumskonzert nicht entgehen lassen will, sichert sich am besten seine Eintrittskarten unter www.dienaturbuehne.de.