Die Bürger in den Stadtteilen sollen entscheiden dürfen, welche Projekte dort gefördert werden. Konkret heißt das: Die Bürgervereine in Beiersdorf, Bertelsdorf, Cortendorf, Creidlitz, Ketschendorf, Löbelstein, Lützelbuch, Neuses, Neu- und Neershof, Rögen, Scheuerfeld, Seidmannsdorf und Wüstenahorn erhalten jeweils mindestens 1000 Euro pro Jahr, mit denen sie Aktivitäten unterstützen können, die dem jeweilige Stadtteil nützen. Der Höchstbetrag liegt bei zwei Euro pro Einwohner und Jahr.

Der Finanzsenat verabschiedete am Dienstag die entsprechende Richtlinie. Eingebracht hatte sie Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD), der eingangs darauf hinwies, dass er ja angetreten sei mit dem Versprechen, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken. Der Idee der "Stadtteilbudgets" wollte denn auch niemand widersprechen - René Boldt von der CSU wies darauf hin, dass so etwas ja auch im Wahlprogramm seiner Partei gestanden habe.

Die Richtlinie, die in Zusammenarbeit mit Kämmerei und Sozialreferat entworfen worden war, wurde vom Finanzsenat an einer Stelle erweitert und an einer anderen verengt: Erweitert, weil ursprünglich nur 500 Euro Mindestbetrag für die kleinen Stadtteile vorgesehen waren. Ina Sinterhauf (Grüne) schlug 800 vor, der OB nutzte die offensichtlich positive Grundstimmung im Rathaussaal und erhöhte auf 1000 Euro.

Eingeengt wurde die Richtlinie insofern, als Parteien und Wählergruppierungen sowie ihre Unterorganisationen keine Förderung erhalten sollen. Die Vorstände der Bürgervereine dürfen sonst alles unterstützen, was sie selbst oder andere veranstalten und was dem Stadtteil dient. Es gehe darum, "dass der Bürgerverein wegen der 500 Euro für den CEB nicht betteln muss", wenn für ein Fest eine Straße gesperrt werde, sagte Christian Müller (CSB).

In den genannten Coburger Stadtteilen leben rund 16 000 Menschen; insgesamt werden für die Stadtteile also mindestens 32 000 Euro bereitgestellt. Die Kernstadt selbst bleibt von diesem Stadtteilbudget ausgenommen, der Bürgerverein "Mitte" erhält also nichts. Die Begründung: In der Innenstadt könne das Citymanagement andere Mittel und Möglichkeiten nutzen. sb