Es geht nur gemeinsam, wenn sich die Region touristisch weiterentwickeln will. Darin sind sich die Verantwortlichen des Vereins Tourismusregion Coburg Rennsteig einig. Sie wissen aber auch, dass solche Einigkeit nicht von alleine entsteht. Mit Jörg Steinhardt, ist der Vereinsvorstand nun überzeugt, einen Mann gefunden zu haben, dem es gelingen kann, alle Kräfte zu bündeln, um Gäste in nah und fern auf die Vorzüge des Gebietes zwischen Itzgrund und Thüringerwald-Kamm aufmerksam zu machen. Steinhardt wurde am Montag als neuer Geschäftsführer des Vereins vorgestellt.

Der "Neue" ist Tourismusfachmann. In den vergangenen 20 Jahren sammelte der promovierte Wirtschafts- und Sozialgeograph nicht nur Erfahrung im Tourismusmanagement. Er kann auch beachtliche Erfolge vorweisen. Neun Jahre lang baute er etwa für die Schwarzwaldregion Hinterzarten einen Verbund für das Marketing im Fremdenverkehr auf. Die letzten zehn Jahre war Steinhardt in Bad Orb tätig, wo er den Gesundheitstourismus strukturierte und neu ausrichtete. Nun soll er in den kommenden Jahren Ähnliches für den jungen Verein in Franken und dem fränkischen Thüringen leisten.

Erlebbare Region schaffen

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Dabei geht es ihm nicht nur um Außenwirkung: "Mein Ziel ist es, dass die Destination Coburg Rennsteig für Qualität und Authentizität im Tourismus steht. Ich möchte, dass wir uns gemeinsam vermarkten und profilieren und diese Prozesse nach außen für die Gäste, aber auch nach innen für die Bürger sichtbar werden. Die attraktive Region soll als solche erkennbar und erlebbar werden."

Ein Ziel, das Barbara Glauben-Woy als stellvertretende Vorsitzende der Kreisstelle Coburg im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nur unterstützen kann. "Auch die Bevölkerung soll erkennen, in was für einer schönen Region wir hier leben und arbeiten dürfen", sagte sie. Landrat Michael Busch ist als Vorsitzender des Vereins Tourismusregion Coburg Rennsteig ebenfalls überzeugt, dass es nötig ist, dass sich die Region auch nach innen im Selbstverständnis der Menschen, die hier leben, als gemeinsame Region begreift.

Mehr als Durchschnitt als Ziel

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Als Wirtschaftsförderer des Landkreises führte Martin Schmitz während der vergangenen sieben Monate die Geschäfte des Vereins. Ein Anstieg in der Zahl der Ankünfte und der Übernachtungen bescheinigt ihm gute Arbeit, wie Michael Busch lobte. Eine Entwicklung, die, wie Schmitz erklärte, einmal davon profitiert, dass etwa die Stadt Coburg Gäste mit einer Landesausstellung anzieht, und ein anderes Mal davon, dass etwa besonders viele Gäste nach Masserberg zum Wintersport kommen. "Unser Ziel muss aber sein, dass sich alle Regionen gleichzeitig entwickeln und wir damit insgesamt eine überdurchschnittliche Entwicklung erreichen." Die finanzielle Ausstattung des Vereins mit rund einer halben Million Euro Jahresbudget ermöglicht eine gute Arbeit, ist Jörg Steinhardt überzeugt. Die gesamte Vereinsführung ist sich aber darin einig, dass mehr Geld auch mehr bewirken könnte. Daher appellierte Michael Busch an alle - auch die kleinen - Leistungsanbieter in Sachen Tourismus und Gastronomie, sich dem Verein anzuschließen. Es lohne sich für jeden.

Pläne, die Obermainregion wieder ins Boot zu holen, mit der das Coburger Land vor der Gründung des neuen Vereins enger zusammenarbeitete, gibt es derzeit noch nicht. Busch betonte zwar, dass der Verein "am liebsten mit allen" arbeiten würde. Er machte aber auch deutlich, dass ihm die Zusammenarbeit mit der Rennsteigregion zurzeit sehr am Herzen liege.

Im Vordergrund steht nun der Aufbau einer gezielten Marketingarbeit. Um dafür eine gute Basis zu haben, will Jörg Steinhardt zunächst Marktforschung betreiben: "Wir müssen wissen, wer unsere Gäste sind und was sie am liebsten wollen." Mit diesem Wissen lasse sich daran arbeiten, die Zahl der Ankünfte und vor allem die Verweildauer der Besucher in der Region zu steigern.