Es geht ums Geld: Wem seine Kfz-Versicherung zu teuer ist, sollte wechseln, sagen Verbraucherschützer (siehe Text unten), das sagen aber auch die Versicherungen selbst. Denn nach wie vor enden die meisten Verträge zum Jahresende, und bis zum 30. November kann gekündigt werden.

Das macht sich auch bei der HUK Coburg bemerkbar, sagt Holger Brendel aus der Presseabteilung des Coburger Versicherungsunternehmens. Deshalb werde darauf geachtet, dass die über 1800 Mitarbeiter, die deutschlandweit im telefonischen Service der HUK Coburg tätig sind, möglichst alle an Bord sind. Denn selbst wenn es nicht um Kündigungen geht, sind rund um den Wechseltermin viele Fragen zu beantworten, wie Brendel sagt.

Vergleichsportal? Nein, danke

Mehrere Vergleichsportale im Internet werben damit, dass sie für den Versicherungskunden den günstigsten Tarif finden, und sie bieten auch gleich einen Vertragsabschluss an. Ein Portal legt sogar einen Hotelgutschein zum neuen Versicherungsvertrag dazu. Die HUK Coburg ist auf diesen Portalen aber nicht zu finden. Bewusst nicht, wie Brendel sagt: "Wer Portalen nichts bezahlt, der ist auch nicht zu finden. Wir sind nicht der einzige große Versicherer, der dort aus Kostengründen nicht mehr mitmacht." Denn die Portale seien für die Versicherer teurer als der eigene Vertrieb. "Wenn Kunden direkt zu uns kommen, können wir diesen Preisvorteil direkt an sie weitergeben."

Nun hängt der Kfz-Versicherungstarif auch von einigen individuellen Dingen ab: Alter, Beruf, Fahrzeugtyp, Zahl der jährlich gefahrenen Kilometer und einige mehr. "Ganz entscheidenden Einfluss auf den Beitrag haben beispielsweise das Fahrzeugmodell, die schadenfrei gefahrenen Jahre und der Wohnort", sagt Brendel.

Auch ohne Vergleichsportale zählt sich die HUK Coburg zu den Wechselgewinnern. Brendel zufolge hat die HUK Coburg im Jahr 2018 rund 100 000 Verträge zum Jahreswechsel abgeschlossen. "Noch kräftiger gewinnen wir das Jahr über dazu, also immer dann, wenn die Portale in der Werbung nicht zu sehr in den Vordergrund treten."

Die Portale treten als Makler auf, und "sie geben enorm viel für Werbung aus", wie Brendel zu bedenken gibt. Das größte Portal habe 2018 allein 172 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. "Das muss erst mal verdient sein."

Provisionen zahlt die HUK Coburg auch, aber nicht an Makler, sondern nur an Versicherungsberater, die ausschließlich mit dem Versicherungsunternehmen zusammenarbeiten. Die nebenberuflichen HUK-Vertrauensleute, über die früher ein großer Teil der Kundenbetreuung lief, werden indes seit Jahren weniger. "Vor 15 Jahren waren es noch über 5000, inzwischen sind es um die 3000", sagt Brendel. Die gesetzlichen Anforderungen seien inzwischen so streng, dass sie nebenberuflich fast nicht mehr zu erfüllen seien, sagt Brendel.

Laut dem Kölner Institut für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste gehören drei Töchter der HUK Coburg zu den größten Kfz-Versicherungen in Deutschland: HUK 24 steht auf Platz 10 (760 Millionen Euro Prämieneinnahmen), HUK Coburg VVaG auf Platz 5 (1,3 Milliarden Euro), HUK Coburg Allgemeine auf Platz (rund zwei Milliarden Euro). Spitzenreiter ist die Allianz mit 3,4 Milliarden Euro Prämienumsatz (Zahlen von 2018, zu finden auf asscompact.de).

"Ranglisten zählen für uns nicht", behauptet Brendel zwar. "Aber wenn sie schon danach fragen: Nach der Zahl der versicherten Fahrzeuge ist die HUK-Coburg mit knapp zwölf Millionen Fahrzeugen Ende 2018 Marktführer in der Autoversicherung in Deutschland."

Sicherer und umweltfreundlicher

Vorreiter war die HUK Coburg bei der Einführung der sogenannten Telematik-Tarife. Dabei erfasst ein Gerät im Auto das Fahrverhalten. Wer sicher und vorausschauend fährt, kann seinen Versicherungsbeitrag um bis zu 30 Prozent senken, verspricht die HUK Coburg auf ihrer Homepage. Seit 1. April 2019 gibt es den Telematik-Tarif für alle Altersgruppen, davor nur für Fahranfänger. Bei Neuverträgen entscheiden sich derzeit 10 bis 20 Prozent der Versicherten für einen Telematik-Tarif, sagt Brendel. "Wir rechnen jedoch damit, dass der Anteil der Autofahrer, die einen Telematik-Tarif nutzen möchten, künftig bei etwa 25 Prozent liegen wird." Zurzeit habe die HUK etwa 90 000 Telematik-Kunden.

Inwieweit sich die Telematik-Tarife auch für das Unternehmen auszahlen, könne er noch nicht seriös sagen, betont Brendel. "Zunächst einmal ist das Produkt für uns teurer, weil wir unseren Kunden die Technik kostenlos zur Verfügung stellen." Nutznießer seien aber auch die Gesellschaft und die Umwelt, sagt er: Telematik-Kunden verursachen weniger Unfälle und verbrauchen weniger Sprit.