Bad Staffelstein — Fast täglich berichten die Medien über Unglücksfälle, bei denen Chemikalien im Spiel sind. Sei es bei anfangs angenommenen harmlosen Bränden in Verbindung mit gelagerten gefährlichen Stoffen, aus denen leicht ein Großschadensfall oder eine Katastrophe werden kann, oder beim Transport gefährlicher Stoffe auf Straßen, Schienen und Gewässern. Auch der Kreis blieb von solchem Einsatzgeschehen nicht verschont.

Wie eine zweite Haut

Hierbei gilt es, die Feuerwehreinsatzkräfte bestmöglich zu schützen, zum Beispiel mit Chemikalienschutzanzügen. Diese Anzüge bieten den Einsatzkräften bei der Konfrontation mit gefährlichen Stoffen und Gütern einen verbesserten Körperschutz, weil er sie mit einer Art zweiten Haut umhüllt und gas- und flüssigkeitsdicht ist.
Zur Gewährleistung des sicheren Umgangs mit solchen Spezialanzügen werden an die Atemschutzgeräteträger zusätzliche Anforderungen und Kenntnisse gestellt, die Ausbilder Mirko Gahn an einem Tageslehrgang zehn Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehren des Landkreises Lichtenfels in Bad Staffelstein vermittelte. Im theoretischen Unterrichtsteil wurden diverse Körperschutzformen, Einsatzgrundsätze und das Verhalten in Notfällen behandelt. Schwerpunkt des Lehrgangs sind jedoch praktische Übungen, in denen die Lehrgangsteilnehmer die sichere Handhabung des Chemikalienschutzanzuges erlernten und einfachen und erschwerten Belastungen unterzogen wurden. Höhepunkt der Ausbildung war die realitätsnahe Abschlussübung eines nachgestellten Gefahrgutunfalls an einem 40-Tonnen-Lastzug, den die Firma Containerdienst Panzer aus Lichtenfels kostenlos zur Verfügung stellte.
Alle Teilnehmer erfüllten die Anforderungen und lösten die Aufgaben mit Bravour; sie waren voll bei der Sache und hatten den Ernst der Einsatzlagen erkannt. Auch der für Atemschutz zuständige Kreisbrandmeister Thomas Petterich konnte sich davon überzeugen. Gahn betonte, dass es stetigen Übens mit der Spezialausrüstung bedarf, um sicher mit Gefahrensituationen umzugehen. gah