Einige Autofahrer, die in den vergangenen Tagen durch Scheßlitz zur Juraklinik wollten, waren offenbar überrascht, als sie wenige Meter vor dem Ziel in einer Sackgasse landeten. Auch für andere, die zur Autobahn oder weiter nach Norden und Osten auf den Jura wollen, gibt es an der Staatsstraße, die hier Oberend heißt, derzeit kein Durchkommen. Zumindest kein legales.

Der Grund: Die Stadt Scheßlitz baut die Straße Ellertal aus, um eine bedarfsgerechte Zufahrt zur Klinik und der geplanten Seniorenwohnanlage zu schaffen. Gleichzeitig verlegt Bayernwerk dort neue Stromleitungen. Die Baustelle ragt bis in die Mitte der Staatsstraße, die daher auf wenigen Metern nur einspurig befahrbar ist. "Wir wollten eine Ampelregelung, aber die wurde nicht genehmigt", sagt Bürgermeister Roland Kauper (CSU). Darum ist die Staatsstraße seit vergangener Woche nur noch stadteinwärts befahrbar. Fahrzeuge aus Richtung Bamberg werden über Demmelsdorf und die B 22 umgeleitet. Eine Strecke von vier Kilometern, mit einer für große Lkw nicht ganz einfachen 90-Grad-Kurve in Demmelsdorf.

Die verkehrsrechtliche Anordnung (mit der Umleitung) aus dem Landratsamt kam recht spät. Laut Bürgermeister Kauper erst am Ende der Woche vor Baubeginn. Eine Ankündigung im Amtsblatt sei daher nicht mehr möglich gewesen. Man habe noch rasch eine Mitteilung an den Fränkischen Tag geschickt, die auch umgehend am Samstag erschien.

"Die Beschilderung ist auch eindeutig. Und wer sich an die Straßenverkehrsordnung hält, fährt da nicht durch", sagt Kauper angesichts dessen, dass immer wieder Autofahrer die Einbahnregelung an der Baustelle missachten, und "in der ersten Woche sich schon mal Lastwagen festgefahren haben".

Tatsächlich ist an der Kreuzung bei der Elisabeth-Kirche die Straße halbseitig gesperrt - mit dem Zusatz versehen, dass die Zufahrt zu allen Geschäften bis zur Ortsmitte frei ist - und die Umleitung über Demmelsdorf von dort an ausgeschildert. Auf Höhe Stadtpfarrkirche folgt eine weitere Absperrung mit dem Zusatz, dass die Zufahrt zu allen Geschäften bis zur Baustelle frei ist, die Sackgasse aber nach 200 Metern bereits endet.

Hier ist die letzte Abbiegemöglichkeit zur Umleitungsstrecke. Dennoch setzen immer wieder Autofahrer auf ein Durchkommen. Beobachtungen an einem Nachmittag anfangs der Woche bestätigen das. Innerhalb einer halben Stunde fahren vier Pkw in falscher Richtung durch die Engstelle, wobei der reguläre Gegenverkehr nur selten eine ausreichende Lücke lässt.

Die Fahrer scheinen meist Ortskundige zu sein. Eine Beobachtung, die auch Kauper teilt. Aber auch Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen fahren mehrfach bis zur Engstelle vor, warten dort ab - und entscheiden sich dann erst für ein Wendemanöver, für das die Straße dort eigentlich gar keinen Platz lässt. Lkw ist zum Glück keiner dabei. Eine Ampelregelung hätte möglicherweise zum Dauerstau mit Lastern in beiden Richtungen geführt - für die Anwohner wohl unangenehmer. Und immerhin, wenn alles nach Plan läuft, soll die Teilsperrung in Scheßlitz bereits in der kommenden Woche wieder aufgehoben werden.

Weitere Baustellen

Andere Baustellen in der Nähe sind dagegen langlebiger. Die Kreisstraße BA30 wird von Ludwag über Kübelstein bis zur B 22 ausgebaut und dazu bis Anfang Oktober voll gesperrt. Die Umleitung führt über Ludwag, Poxdorf, Königsfeld und Hohenhäusling (siehe S.14).

In Geisfeld werden in der Magdalenenstraße Wasserleitungen verlegt. Die Ortsdurchfahrt in Richtung Leesten, Mistendorf und Zeegendorf ist laut Bauzeitplan bis 9. Oktober gesperrt. Die Umleitung führt über Roßdorf und Wernsdorf.