Als das "Große Schätzer Baustellen-Spektakel" auf der Bühne eingerichtet wurde, ahnte noch niemand, dass in der Folge so viel darüber geschmunzelt und gelacht werden konnte. Vorschriftsmäßig mit rot-weißen Bändern und Hütchen abgesperrt setzten sich die Bauarbeiter Werner Schmutzler und Georg Lauth auf die Bierkästen neben die Mörtelmaschine und betrachteten ruhig und besonnen ihre Umgebung aus dieser Perspektive.
Dann aber fegte Florian Silbereisen (Markus Schreibvogel) auf die Bühne und brachte auch noch DJ Ötzi (Andi Dippold) mit. Die dreiköpfige Band mit Klaus Bäuerlein, Mathias Rauch und Stefan Molitor unterstützte musikalisch. Silbereisen forderte schon zu Beginn alle auf, das Hörgerät auf laut zu drehen, um alles richtig zu verstehen.
Dabei hat er sicherlich auch an die Bediensteten im Rathaus und im Gemeinderat gedacht, die mehrfach ihr Fett abbekamen: "Bei den Baustellen in Schäätz hat halt im Rathaus und im Gemeinderat keiner eine Ahnung und weiß auch nichts. Die kannste alle wegschmeißen." Auch der Sitzungspräsident, Zweiter Bürgermeister Holger Dremel, zuckte manchmal zusammen.


Song of Beton

Beim "Song of Beton in der Mörtelmischmaschin" aber sangen alle Betroffenen und alle im Saal wieder begeistert mit. Auch Ivan Rebroff (Stefan Molitor) sang: "Nur Baustelln gibt's in Schäätz." Doch halt, halt! Die gibt es zwar auch in Schäätz, aber gemeint ist natürlich die in Giech! Und was sich da zutrug, zeigten nun die Bauarbeiter auch mal in Aktion, als sie verwinkelte Kanalrohre anstöpseln sollten, was natürlich so nicht ging und so auch nicht.
Also erst mal warten und Pause machen. Deshalb auch die ewige Baustelle mit Umleitungen über Kübelstein und Wattendorf - wegen Giech im Tal der Ahnungslosen. Diese Baustellenlust, trefflich inszeniert von den Feuerwehrlern unter der Regie von Martin Dippold, brachte den Saal zum Toben.


Beide Sitzungen ausverkauft

Die beiden Prunksitzungen der zwanzig Scheßlitzer Vereine waren schon lange vorher ausverkauft. Das zeugt von der Beliebtheit dieser Veranstaltungen. Nach dem Einzug von Elferrat und Garde begrüßte Sitzungspräsident Dremel die Gäste.
Die Tanzsportgarde glänzte bei ihrem Auftritt mit dem Gardemarsch mit großem Engagement bei dem schnellen Tanz. Dafür bestens trainiert hatte sie Christine Goppert. Das Duo Barbara Reinlein und Holger Dremel erhöhte die Stimmung mit dem Schäätzer Faschingslied und das Publikum sang begeistert mit: "Helau, helau, helau, wir Schäätzer sind gut drauf!"
Ein weiterer Augenschmaus folgte mit dem Tanz der beiden Funkenmariechen Alina Kohler und Madlen Hauptmann. Besonders die weiblichen Fans kreischten mehrmals vor Verzückung über die akrobatischen Sprünge und Figuren. Einen männlichen Spezialfall - Mercedesfahrer mit Hut - erwischte Carmen Gries beim Einkaufen. Mit Wonne beschrieb sie, wie Männer mit Ranzen beim Gehen die Füße so seitlich wegschmeißen. Beim Warten vor dem Flaschenautomat bekam Gries es dann aber auch mit ihren eigenen Genossinnen zu tun. Auch den Neid auf dünne Menschen konnte sie nicht unterdrücken. Und dabei vergaß sie, wenn sie nicht der Präsident daran erinnert hätte, dass sie nur ein Brot kaufen wollte.
Nach dem tollen Tanz des Funkenmariechens Leonie Knauer, trainert von Sabine Schäfer, Judith Eberlein und Ingrid Hahner, schunkelte der ganze Saal nach den Melodien der Ellertaler Heimatklänge unter ihrem Dirigenten Tobias Mager. Sie begleiteten musikalisch gekonnt den ganzen Abend.
Viel bejubelt wurde der zweite Auftritt der Tanzsportgarde. Als deutsche und russische Fußballer kämpften sie um den goldenen Pokal und erhielten den verdienten großen Applaus. Anschließend traten zum ersten Mal bei einer Prunksitzung die "Joyful Voices" unter der Leitung von Marlene Groh auf. Mit dem Geo Schmittschmitt als Busfahrer, der trefflich gespielt, aber leider nur gedoubelt wurde, begaben sich die weiblichen Mitglieder des Männergesangvereins auf Romreise. Dass die evangelischen Mitglieder die Päpste Benedikt und Franziskus verwechselten, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Lautstark forderte das Publikum eine Zugabe.


Durch die Hintertür zurück

Das Team der Rap Top Dancers zeigte eine gelungene Musik- und Tanzdarbietung. Mehrere Schunkelrunden lockerten das Programm auf und brachten Bewegung fürs Publikum in die rund vierstündige Sitzung. Mit dem Show-Duo Lea Kroack und Sophie Erlwein brachten diese eine perfekte ausgefeilte Darbietung der "Tribute von Panem" auf die Bühne.
Die Ulknudel Camen Gries stürmte als Julchen zum zweiten Mal auf die Bühne. Da sie dem Alkohol nicht abgeneigt ist, hatte sie schon selbst eine Flasche Rotwein mitgebracht und stillte immer wieder ihren Durst. Nach noch harmlosen Erzählungen über eine "Gruschelschublade", in der alles gesammelt und aufgehoben wird, berichtete sie aber auch über das Liebesleben ihrer Nachbarin. Im Zoogeschäft erfuhr sie dann, dass der teuerste Papagei gar nichts kann, aber alle sagen "Präsident" zu ihm. Da wurde es diesem allmählich doch zu bunt, er ließ sie von den Ordnungskräften aus dem Saal tragen. Carmen aber kam durch die Hintertür wieder, da sie sich noch mit einem Lied von ihren Fans verabschieden wollte. Lautstark begleiteten diese ihr Idol.
Was wäre eine Scheßlitzer Prunksitzung ohne einen Auftritt der männlichen Helden der Feuerwehr. Nicki Landvogt hatte sie dieses Jahr als blau-weiße Schlümpfe ausstaffiert. Diese Anmut und Eleganz der Figuren, die Auswahl eines Bräutigams, die weiblichen Fans wischten sich die Freudentränen aus den Augen.
Den Abschluss des wunderbaren vergnüglichen und kurzweiligen Abends, machten Dream and Dance nach ihrem Gardetanz nun mit ihrem Showtanz "Star Wars". Tanja Friedrich und Cornelia Zeck hatten ihre Girls zu Höchstleistungen angespornt.


Ende gut, alles gut

Ende gut, alles gut, so konnte Präsident Dremel alle zum großen Finale noch einmal auf die Bühne bitten und ihnen seinen Dank und seine Anerkennung aussprechen. Dass alles so reibungslos vor und hinter der Bühne klappte, dafür dankte er auch seinem Berufskollegen Robert Schwarzmann. Der weiß als Verkehrserzieher bei der Polizei nicht nur mit Schulkindern umzugehen, sondern auch mit den vielen Helfern, bei der Prunksitzung.