Der SPD-Kreisvorsitzende und Stadtrat Felix Holland will dem wachsenden Pflegemangel in Bamberg mit 500 zusätzlichen Pflegeplätzen begegnen. "Wir sehen einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Pflege. Wenn wir jetzt keine geeigneten Maßnahmen ergreifen, wird aus dem bestehenden Fachkräftemangel in den kommenden Jahren ein Pflegenotstand", so Holland.

Nach Einschätzung der SPD fehlen in der Stadt bis zum Jahr 2030 über 500 Pflegeplätze. Deshalb wird die SPD Stadtratsfraktion die Verwaltung auffordern, Vorschläge zu unterbreiten, wie sich das Defizit verringern lässt. "Etliche Einflüsse werden dazu führen, dass sich bis 2030 in Bamberg ein Mangel an Pflegeplätzen für pflegebedürftige Bamberger einstellen wird, deshalb muss bereits jetzt gegengesteuert werden", betont Holland.

Wie der Kreisvorsitzende deutlich macht, führen die gesetzlichen Vorschriften des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes, etwa die vorgeschriebenen Qualitätsanforderungen, Sicherheitsvorschriften und die Einzelzimmerquoten, dazu, dass die jetzige Anzahl der vorhandenen Pflegeplätze sinken wird. "Verschärft wird der drohende Versorgungsengpass noch durch den bereits vorhandenen Fachkräftemangel, durch den demografischen Wandel und den Zuzug in unsere Stadt", so Holland.

Die Konversion als Chance

Anfang 2019 gab es nach Informationen der SPD in Bamberg 950 Pflegeplätze, aber aufgrund von Personalengpässen könnten derzeit nur ca. 870 Plätze belegt werden. Deshalb fordert Holland, dieses Problem umgehend anzugehen, "denn schon heute ist das Angebot an stationären Pflegeplätzen deutlich niedriger als der Bedarf". Die SPD-Stadtratsfraktion sei sich darüber im Klaren, dass dem Pflegenotstand nicht durch einzelne Maßnahmen begegnet werden kann. "Wir benötigen ein ganzes Maßnahmenpaket mit zusätzlichen Pflegeeinrichtungen, mehr Personal und ausreichenden Wohnraum für die zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betont auch die SPD-Stadträtin Ingeborg Eichhorn.

Bebaubare Flächen sollen zukünftig, soweit es nach der Vorstellung der SPD geht, auf die Neuerrichtung eines bzw. mehrerer Pflegeheime hin geprüft werden. Außerdem sollen alle Träger bei der Verwirklichung von Erweiterungsmaßnahmen bzw. Neubauvorhaben nachhaltig unterstützt werden. Die SPD sieht insbesondere in den Konversionsflächen eine große Chance, den Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Pflegenotstand zu begegnen. red