Fast die ganze Amtsperiode lang hat Bürgermeister Klaus Homann (CSU) für die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule Hirschaid gekämpft. Nun, nachdem auch die Regierung von Oberfranken in die vom Büro Paptistella gefertigten Pläne eingewilligt und den staatlichen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent der Baukosten zugesagt hat, kann es losgehen. Beim symbolischen Spatenstich waren ebenso Schulkinder, Lehrer wie Kommunalpolitiker anwesend. Die Schule wurde 1955 erbaut und seitdem immer wieder erweitert.

Eine Investition in die Zukunft

Fertig werde man vielleicht erst in den 2030er Jahren, sagte Homann. Bis dahin würden sicher mehr als 20 Millionen Euro ausgegeben. Das bedeute, in die Zukunft zu investieren, ergänzte Landrat Johann Kalb (CSU), denn die Bildung gehöre zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft.

Begonnen wird mit dem 1955 in Betrieb genommenen Altbau. Der wird für rund 3,5 Millionen Euro saniert. Die Schulleiterin Sibylle Kretzschmar hatte bei ihrem Dienstantritt angesichts des maroden Zustands noch für einen Abriss und den Ersatz in Modulbauweise plädiert. Aber da waren die Weichen längst anders gestellt.

Das Gebäude wird saniert und dabei werde "schützenswert Altes erhalten", sagte die Rektorin und hob die "luxuriöse Größe der Klassenzimmer sowie die wunderbaren Echtholz- Stabparkettböden" hervor. Der Mief der 50er Jahre werde entrümpelt und die Schule mit Internet und unter anderem PC-Arbeitsplätzen, Smartboards, Beamern und iPad-Klassenzimmern digital ausgestattet. Außerdem werde die "alte Dame" Heizung von Grund auf neu belebt.

Die Zweit- und Drittklässler rappten zum Spatenstich: "Ach wir warten schon sehr lange auf diesen Tag,/ denn das Sitzen in diesem Schulhaus ist 'ne echte Plag'./ Ja, man hört die Zähne klappern, ist es draußen kalt,/ denn Heizung macht Probleme, sie ist einfach alt."

Zuerst Container, dann Abbruch

Zu den überfälligen Maßnahmen der Wärmedämmung zählen etwa die Außendämmung, neue Fenster sowie die Rohrverkleidungen. Während der Arbeiten daran wird der Unterricht in "Luxus-Schulcontainern" gegeben. Diese konnte der Markt Hirschaid günstig vom Landkreis erwerben. Der Landrat sprach von den "besten Containern der Welt". Zwölf Stück wurden für 300 Euro gekauft. Spätestens im Mai werden diese von der Realschule in den Hof der Grund- und Mittelschule gestellt werden. Die Kosten zur Beschaffung von Schulcontainern können damit um rund 200 000 Euro gesenkt werden.

Rektorin Kretzschmar zeigte sich dankbar für die getroffenen Entscheidungen in der Gemeinde und im Bezirk. Sie sagte: "Eine innerlich wie äußerlich attraktive, lebendige Schule steigert auch die Aufenthalts- und Lebensqualität des Dorfes." Sie sehne sich nach der Einweihung im Oktober 2021, sagte Kretzschmar.

Homann, der selbst in Hirschaid zur Schule gegangen ist, verlässt sich auf die bisher bewährte Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Paptistella. Sobald die Container aufgestellt und die Klassen umgezogen sind, werden die Abbruch- und Rohbauarbeiten begonnen, erklärte Stefan Paptistella das weitere Vorgehen.

Die Schule zukunftsgerecht zu gestalten sei eine vornehme Aufgabe, meinte Kalb. Dazu beglückwünschte er den Markt Hirschaid. Der Landkreis investiere seinerseits 110 Millionen Euro in weiterführende Schulen in Stadt und Land. Diese werden zu 75 Prozent vom Staat getragen. Das diene dem Ziel landesweit gleicher Lebensbedingungen.

Proben ihrer musischen Erziehung gaben Schüler der Klasse 6a G und der Schulchor unter Leitung von Michaela Weiß. Neuntklässler hatten ein Vier-Gänge-Menü vorbereitet.