Auch kleinere Ortschaften haben oft eine interessante Geschichte aufzuweisen, nicht nur die großen Städte. Eine davon ist Sterpersdorf. Gemeinsam mit dem Sterpersdor-fer Georg Schockel hat Kreisheimatpfleger Manfred Welker eine Publikation mit 125 Seiten zur Ortsgeschichte zusammengestellt. Das Vorwort verfasste der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.

Im Jahr 2005 war eine Publikation zum Lauberberg und seiner Antoniuskapelle erschienen. Diese stellt eine bedeutende Wallfahrtsstätte der Region dar, die von zahlreichen Pilgern besucht wird. Damals wurde bereits angedacht, die Geschichte der ehemaligen Gemeinde Sterpersdorf - zu ihr gehörte der Lauberberg mit Greienmühle, Greiendorf und Weidendorf - für die Bewohner aufzuarbeiten. Zu diesem Zweck sammelte Georg Schockel Unterlagen und Bilder, die es ermöglichen, einen umfassenden Blick auf Sterpersdorf zu werfen.

Bereits bei den Recherchen hatte sich herauskristallisiert, dass die Region über eine reiche Geschichte verfügt, die in der nun vorliegenden Publikation in mehreren Kapiteln aufgearbeitet wird. Die zeitliche Spanne des Werks reicht von der Frühgeschichte bis in die neuere Zeit mit der Flurbereinigung und der Dorferneuerung. Denn die ersten Menschen siedelten bereits in der Urzeit in der Gegend und hinterließen ihre Spuren. Johann Baptist Roppelt charakterisierte in seiner "Historisch-topographischen Beschreibung des Kaiserlichen Hochstifts und Fürstenthums Bamberg" aus dem Jahr 1801 Sterpersdorf als einen Ort, der über "eine kleine Kirche zu St. Veit, ein Gemeindehirtenhaus, 12 andere Häuser, 11 Städel und eine mit zwei Mahlgängen, einem Schneidegang, Haus, Stadel und Nebengebäuden versehene Mühle" verfügte. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde Sterpersdorf mit der Greienmühle, Greiendorf und dem Lauberberg gebildet, Weidendorf kam erst 1966 dazu. Im Zuge der Gebietsreform wurde die Gemeinde Sterpersdorf zum 1. Mai 1978 nach Höchstadt/Aisch eingemeindet.

Eigene Pfarrei seit 1882

Ein umfangreiches Kapitel ist der Kirche und der Pfarrei gewidmet. Initiator für die Errichtung einer eigenen Pfarrei im Jahr 1882 war der Geistliche Rat und Hofkaplan König Ottos von Griechenland, Andreas Arneth, dessen Mutter aus Sterpersdorf stammte. Das Gotteshaus aus dem Mittelalter wurde 1924 erweitert und bei der Sanierung 1988/89 mit einer neuen Orgel ausgestattet. Vorgestellt werden auch die Seelsorger der Pfarrei Sterpersdorf und das Pfarrleben, das kirchliche Brauchtum und der Burschenverein. Dass die Gemeindemitglieder sich mit ihrer Pfarrei identifizieren, ist auch daran zu erkennen, dass die anstehenden Arbeiten in der Kirche und im Friedhof stets ehrenamtlich geleistet werden.

Das Kapitel zur Schule in Sterpersdorf beinhaltet die beiden Schulhäuser und den Betrieb bis zur Auflösung der Schule im Jahr 1969, außerdem die gesamten Lehrkräfte in Sterpersdorf.

Aus der Dorfgeschichte wird der Milchviehhaltung in der Gemeinde Sterpersdorf nachgegangen, dem Steinbruch und den Felsenkellern, genauso wie den Flurdenkmälern, den Brunnen und der ganzen Wasserversorgung. Nicht mehr existent sind inzwischen die Dreschgenossenschaft, die Gefriergemeinschaft, Gundis Laden und die Gasthäuser.

Aus dem Dorfleben werden die Bürgermeister der Gemeinde Sterpersdorf behandelt, die ausgezeichneten Bürger der Gemeinde, die Mutter-Kind-Gruppe sowie der Frauenstammtisch, Organisationen wie die Jagdgenossenschaft, die Freiwillige Feuerwehr Sterpersdorf und die Anglerfreunde Greiendorf. An der Aisch liegen die Sterpersdorfer Mühle und die Greienmühle, auch sie werden vorgestellt, genauso wie die Aischbrücke zwischen Sterpersdorf und Lonnerstadt, die lange ein Zankapfel war.

War die Gemeinde über Jahrhunderte vor allem durch die Landwirtschaft geprägt, so fanden nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Heimatvertriebene hier eine neue Heimat. red