In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2020 verabschiedete Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB) die sechs mit der Kommunalwahl ausgeschiedenen Mitglieder des Gremiums - ein Gemeinderat war sogar fast 40 Jahre mit dabei. Außerdem gab es Informationen zur Sanierung der Ortsdurchfahrt Unteroberndorf, die im Frühjahr beginnen soll.

"Ich hatte lange gehofft, dass wir die ausgeschiedenen Räte noch in diesem Jahr in einem würdigen Rahmen verabschieden können. Das hat aber leider nicht geklappt." Dennoch war es Bürgermeisterin Reinfelder wichtig, die sechs Gemeinderäte noch im Jahr 2020 zu einer Sitzung einzuladen, schließlich liegt die Kommunalwahl schon fast ein dreiviertel Jahr zurück.

Leonhard Wagner (Junge Union, sechs Jahre im Gemeinderat), Rainer Klehr (UBB, sieben Jahre), Bernhard Pfister (SPD, zwölf Jahre, für die Sitzung entschuldigt) und Gerhard Fleischmann (Freie Wählergemeinschaft Unteroberndorf, zwölf Jahre) wurden zuerst nach vorne gebeten. Reinfelder ging kurz auf ihr Wirken im Gremium ein. Dann war Hubert Dorsch (CSU) an der Reihe, der 18 Jahre lang als Gemeinderat und davon sechs Jahre (2014-2020) als zweiter Bürgermeister aktiv war. Auch der "dienstälteste" Gemeinderat, Ottmar Geuß (CSU), wurde verabschiedet. Er war von 1978 bis 1981 und ab 1984 ununterbrochen im Gemeinderat, von 1990 bis 1996 weiterer Stellvertreter des ersten Bürgermeisters und von April 2013 an ein Jahr auch zweiter Bürgermeister. Im Jahr 2017 wurde er für seine besonderen Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung von der Regierungspräsidentin ausgezeichnet. Er war Verbandsrat im Schulverband und 18 Jahre lang Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses.

Insgesamt gingen dem Gemeinderat somit über 90 Jahre kommunalpolitische Erfahrung verloren. Hubert Dorsch und Ottmar Geuß waren sich aber sicher, dass gerade die Erfahrung auch wieder nachwächst und zeigten sich zuversichtlich für eine gute Gemeinderatsarbeit auch in der Zukunft.

Und eine Ehrung stand auch noch auf der Tagesordnung: Der amtierende Gemeinderat Alois Ludwig wurde für 30-jährige Tätigkeit für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung geehrt. Von 2002 bis 2013 war Ludwig zudem zweiter Bürgermeister.

Großbaustelle für ein Jahr

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Unteroberndorf war schon mehrfach Thema im Gemeinderat. Bereits 2018 wurde die Entwurfsplanung genehmigt. Nun soll der Bau losgehen, voraussichtlich im März. Dazu ist es auch nötig, nach der bereits abgeschlossenen Sanierung der Wasserleitung einen der beiden Regenwasserkanäle stillzulegen und die Anschlüsse auf den zweiten umzulegen. 25 Grundstücksanschlüsse ans Kanalnetz werden ebenso erneuert. Die Entwurfskostenberechnung dazu liegt bei 200 000 Euro.

Für die Gesamtmaßnahme ist eine Bauzeit von rund einem Jahr vorgesehen. Nötig werde eine Vollsperrung, so Bauamtsleiter Markus Schmitt. Auf Nachfrage erklärte die Bürgermeisterin, dass bereits Glasfaserleitungen für schnelles Internet bis zu den Grundstücksgrenzen verlegt worden seien.

Bei einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat die 1. Änderung des Bebauungsplans "Hahnweg" in Unteroberndorf. Seit 1995 sind hier Wohnhäuser mit zwei Vollgeschossen möglich, wobei das zweite im Dachraum liegen muss. Dies sei aufgrund der Wünsche der Bauherrn nicht mehr zeitgemäß. Künftig sind daher zwei Vollgeschosse (Erd- und Obergeschoss) zulässig sowie ein Dachgeschoss. Die Änderung gilt auch für die bestehenden Baurechte.

Video statt Bürgerversammlung

Im Tagesordnungspunkt "Sonstiges" ließ Reinfelder das Jahr 2020 noch einmal Revue passieren. Nachdem keine Bürgerversammlungen abgehalten werden konnten, werde es zum Jahresende ein Video auf der Webseite der Gemeinde geben, das sie bei einem Ortsspaziergang zu den wichtigsten Baustellen und Projekten begleitet.