Kronach — "Leider konnten mehrere geplante und teilweise schon vorbereitete Veranstaltungen coronabedingt nicht durchgeführt werden", bedauert der Erste Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Kronach, Franz Josef Wich. Hierzu zählten beispielsweise die Wohnberatung, das Fahrsicherheitstraining, der Besuch einer Seniorenbetreuungseinrichtung, eine Fahrt mit den Senioren sowie Veranstaltungen rund um das Thema "Sicherheit für Senioren". Die Sitzungen des Gremiums fanden in reduzierter Anzahl und nichtöffentlich statt. Auch die persönlichen Kontakte mit den Bürgern waren sehr eingeschränkt. Bedauerlicherweise musste man das 25-jährige Jubiläum des 1995 gegründeten Seniorenbeirats in das kommende Jahr verschieben. "Corona hat uns in vielen Dingen ein Jahr Wirkungszeit geklaut", verdeutlicht er. Trotzdem sei der Vorstand nicht untätig gewesen, sondern habe sich der meist telefonisch an ihn herangetragenen Anliegen der Senioren angenommen.

Intensiv arbeitete man im Begleitgremium des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts (SPGK) für den Landkreis Kronach mit. Ein wichtiges Thema war die Neuordnung des ÖPNV in der Stadt Kronach mit Stadtteilen. Das Mobilitätskonzept für das Stadtgebiet und den Landkreis konnte ab August getestet und genutzt werden. Eine Abordnung des Seniorenbeirats und des VdK-Ortsverbandes Kronach fuhr die Kronacher Haltestellen mit den Bussen ab. Auf deren Bitte und auch anderer Organisationen hin wurden zusätzliche Stopps in der Siedlung und am Kehlgraben eingerichtet.

"Durch die Mobilitätszentrale am Bahnhofsplatz konnte gerade älteren Personen beim Fahrkartenkauf für Bus und Bahn geholfen werden", würdigt Zweite Vorsitzende Hanni Wachter.

Mit Sorge blickt der Seniorenbeirat auf das Bürgerspital. Leider steht es noch immer leer, trotz Machbarkeitsstudien und diverser Vorschläge. Seit vielen Jahren moniert der Seniorenbeirat eine Weiternutzung, dem Stifterwillen entsprechend, für Senioren. "Das Spital wurde Ende der 1980er/1990er Jahre saniert. Eine Renovierung kleiner Wohnungen für bedürftige Senioren müsste doch einmal im Etat der Stadt vorhanden sein, zumal die ganzen Jahre auch öffentliche Zuschüsse hätten angezapft werden können. Hier sollten unbedingt einmal Nägel mit Köpfen gemacht werden", appelliert Hanni Wachter.

Der Seniorenbeirat hat schon über Jahre seine Stellungnahme dazu schriftlich und mündlich fixiert. Da könne und dürfe auch kein Stück des Grundstücks für den Lucas-Cranach-Campus abgezwackt werden.

Eine mögliche Fußgängerverbindung könne auch an der Kronach entlang bis zur Spitalbrücke weitergeführt werden und müsse nicht durch das Spitalgrundstück laufen. "Der Seniorenbeirat spricht sich daher für eine rasche Modernisierung und Renovierung des Bürgerspitals aus, da eine Generalsanierung zu teuer ist und viel zu lange dauert. Wir haben 1. Bürgermeisterin Angela Hofmann gebeten, uns zu informieren, sobald die Kostenschätzung für die Modernisierung vorliegt", erklärt Franz Josef Wich.

Ein weiteres großes Anliegen beinhaltet den Kronacher Bahnhof, wo noch immer kein barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen möglich ist. Gehbehinderte müssten daher auf andere Bahnhöfe ausweichen. Bei dieser Gelegenheit könnte, so Hanni Wachter, die bisherige Bahnunterführung zum Stadtteil Ziegelanger neben Aufzügen zu den Gleisen auch mit einem Aufzug oder einer Rampe zum Ziegelanger selbst versehen werden. Somit wäre auch dieser Stadtteil barrierefrei erreichbar. Hier sollte die Stadtverwaltung unermüdlich die Bahn drängen, diese Umbauarbeiten in Kronach zu beginnen, die ja laut Berichten in der örtlichen Presse Ende August 2019 bereits zugesagt wurden.

Viele öffentliche Gebäude in Kronach sind inzwischen auch für Rollstuhl- und Rollatorfahrer durch Rampenzugänge erreichbar und so hofft der Seniorenbeirat, dass auch diese größeren Projekte bald in Angriff genommen werden. Allgemein bleibe das weit gespannte Feld Barrierefreiheit ein dringliches Thema.

Bei allen Bemühungen habe man das Gefühl, seitens der Stadt gewollt zu sein, mit der man in enger Verbindung und stetem Austausch steht. "Nicht alle Wünsche sind sofort umsetzbar. Aber wir stoßen auf offene Ohren und Bemühungen sind spürbar", freuen sich beide über die gewährte Unterstützung. Eine große Aufwertung ehrenamtlich geleisteter Arbeit stelle die Schaffung der neuen Abteilung "Bildung, Soziales und Ehrenamt" der Stadtverwaltung Kronach dar. Sehr lobenswert sei auch, dass das Rathaus trotz der aktuellen Sondersituation gut erreichbar ist und in gewohnter Weise Beratung und Unterstützung bietet.