Am vergangenen Sonntag fand erneut eine Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Liah aus Buttenheim statt. Auf Initiative von Landrat Johann Kalb (CSU) wurde diese in der Juraklinik Scheßlitz und in der Steigerwaldklinik Burgebrach durchgeführt. Dies konnte nur aufgrund der Unterstützung durch den Verein "Hilfe für Anja e.V" und den freiwilligen Mitarbeitern aus den beiden Einrichtungen organisiert werden.

In Scheßlitz hatte man schon eine Stunde nach Beginn der Aktion rund 100 potenzielle Spenden registrieren können. Harald Poßer, der stellvertretende Geschäftsführer der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises (GKG), zeigte sich sehr erfreut über die "tolle Resonanz der Aktion" und dankte in diesem Zusammenhang den vielen freiwilligen Helfern für ihr Engagement im Dienst der guten Sache. Die Gesellschaft will im Rahmen ihrer Weihnachtsaktion eine Spende für den Verein übergeben.

Viele nutzten den Sonntagsspaziergang, um im Krankenhaus vorbeizuschauen und sich mithilfe eines Wattestäbchens typisieren zu lassen. Andere waren auf dem Weg, einen Krankenbesuch in der Klinik zu machen, oder gingen zum Typisieren, bevor sie sich zum nächsten Weihnachtsmarkt aufmachten. Immer wieder war zu hören, dass "der Aufwand für so eine tolle Sache gegen Null geht und man vielleicht damit einem schwerkranken Säugling oder auch einem anderen Menschen helfen kann". Andere sprachen davon, dass man ja vielleicht selbst erkranken könnte und dann auf eine Stammzellenspende angewiesen wäre. Einige schickten noch schnell eine SMS oder eine WhatsApp-Nachricht, um damit Freunde und Bekannte auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Am Ende waren es in Scheßlitz 339 potenzielle neue Spender, in Burgebrach 370. In Burgebrach konnte Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU) einen Scheck in Höhe von 700 Euro für die Typisierungskosten überreichen.

Weltweite Datenbank

Alle Spender werden in einer weltweiten Datenbank hinterlegt. Jährlich erkranken rund 11 000 Menschen an Leukämie, zwei von zehn Patienten finden immer noch keinen passenden Lebensretter. Dies zu ändern hat sich der Verein "Hilfe für Anja e.V." auf die Fahne geschrieben. Zahlreiche Typisierungsaktionen hat er bereits seit 2000 durchgeführt. Anja Roith aus Rothensand ist das beste Beispiel für den Erfolg von Typisierungsaktionen. Vor 20 Jahren war bei der heute 23-Jährigen eine seltene Krankheit entdeckt worden, bei der nur eine Stammzellenspende eine Überlebenschance bot. Ihr Spender wurde gefunden und heute ist sie gesund. Anja war auch bei der Aktion in Scheßlitz mit dabei.

Die Spenden werden jetzt in einem zertifizierten Labor ausgewertet und dafür entstehen Kosten von 35 Euro pro Probe für den Verein. Daher ist man auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Gerne werden daher auch Geldspenden entgegengenommen. Spendenquittung können dafür ausgestellt werden.